Aktion „Zootier des Jahres!“

Ein Aufkleber des Zootiers des Jahres 2016
Aufkleber der Aktion für 2016
Ein Aufkleber des Zootiers des Jahres 2016

Dass Zoos und Tierparks sich aktiv für die Erhaltung der Artenvielfalt auf unserem Planeten einsetzen, ist bekannt. Ohne ihr Engagement wäre unsere Welt noch um einiges ärmer.

Nun haben sich drei Verbände der Branche entschlossen, etwas ganz Besonderes gemeinsam auf die Beine zu stellen, das „Zootier des Jahres“. Es geht dabei um zwei Ziele. Zum einen wird jedes Jahr eine der vom Aussterben bedrohten Tierarten besonders in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Zum anderen werden ganz gezielt Projekte unterstützt, die dem Schutz und Erhalt des jeweils gewählten Zootiers dienen und zwar direkt in seinem ursprünglichen Habitat.

Warum sind diese beiden Punkte so wichtig?

Die Öffentlichkeit aufmerksam zu machen ist wichtig, damit sich mehr Menschen für die Tierart und ihren Fortbestand interessieren.

Nur was wir kennen, können wir lieben, nur was wir lieben, sind wir bereit zu schützen. Es sind schon viele Arten ausgestorben, ohne dass es von uns groß zur Kenntnis genommen wurde. (Wer sich eingehender damit auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich die entsprechenden Auflistungen unter Wikipedia. Sie sind ein exzellenter Ausgangspunkt zu diesem Thema.) Umso breiter die Aufmerksamkeit ist, desto besser.

Es ist zum Beispiel deutlich unangenehmer für Großkonzerne, wenn jeder gefällte Baum, jeder verdreckte Bachlauf und jeder vernichtende Spatenstich dokumentiert und von der Weltöffentlichkeit notiert wird. Auch als Staat steht man schlecht da, wenn man bei solchen Dingen untätig bleibt. Andererseits wird von der Öffentlichkeit auch anerkannt, wenn Unternehmen etwas von ihren Gewinnen in den Umweltschutz investieren und es den Regierungen dieser Welt nicht um den schnellen Profit geht, sondern sie langfristig planen, auch für zukünftige Generationen.

Ganz klar, durch erhöhte Aufmerksamkeit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass mehr Menschen bereit sind, für den Schutz des Tieres in die eigene Tasche zu greifen und etwas Geld zu spenden. Womit wir beim zweiten Punkt sind.

Das Projekte direkt vor Ort unterstützt werden, dort wo die Tierart ihr ursprüngliches Habitat hat, ist in mehrfacher Hinsicht sinnvoll.

Jedes Lebewesen hat Einfluss auf seine Umgebung.

Fällt eine Art weg, so wird das feinabgestimmte Gefüge der Biosphäre empfindlich gestört. Das komplette Habitat verändert sich. Wenn z. B. ein Lebewesen aus der Nahrungskette entfernt wird, hat dies Auswirkungen auf alle anderen Lebewesen in dieser Nahrungskette. Ein sehr gutes Beispiel für diesen Zusammenhang, sind die Wölfe im Yellowstone Park. Im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert waren die damals Verantwortlichen davon überzeugt, dass Wölfe ausgerottet werden mussten, um die Besucher zu schützen und die Artenvielfalt im Park zu erhalten. 1930 gab es keine Wölfe mehr im Yellowstone. Die Wapitis hatten keine natürlichen Feinde mehr. Sie vermehrten sich, fraßen alles kahl, veränderten die Landschaft, entzogen anderen Tieren die Lebensgrundlage. Der eine und andere harte Winter dezimierte die Anzahl der Wapitis, desgleichen Jagdmaßnahmen der Ranger, aber im Endeffekt konnte das den Wegfall der Wölfe nicht kompensieren. Es wurde immer deutlicher, dass es Zeit wurde, den durch Menschen verursachten Fehler zu beheben.

Im Winter 1995/ 1996 wurden daher 14 Wölfe aus Kanada „importiert“. Ein Jahr später noch weitere 17 Individuen. Durch ihre Jagd auf Wapitis als ihre Hauptbeute, regulierte sich deren Bestand. Noch entscheidender, das Wild hat nun einen Grund, vorsichtig sein zu müssen. Dadurch vermeiden die Wapitis es, sich dort aufzuhalten, wo sie zur leichten Beute der Wölfe werden könnten, wie zum Beispiel Flussläufe, Schluchten und Seitentäler. Dort verändert sich seither die Vegetation. Bäume und Büsche können wachsen, statt von den Wapitis schon als Setzling abgeäst zu werden. Die Landschaft verändert sich. Immer mehr Tierarten finden Bedingungen vor, in denen sie leben und ihre Jungtiere aufziehen können. Die Änderung des Bestandes nur einer einzigen Tierart hat also Auswirkungen auf die gesamte Biosphärengestaltung. Solche Veränderungen kann man nur feststellen und dokumentieren, wenn man vor Ort ist. Anhand solcher Belege kann der Öffentlichkeit dann konkret gezeigt werden, wo Handlungsbedarf besteht und was sie positiv verändern können, beziehungsweise, was durch ihre Spende bereits verbessert werden konnte.

Ein weiterer wichtiger Grund für Projekte vor Ort, ist ihre positive Wirkung auf die dort ansässigen Menschen.

Wenn sie involviert sind, statt von anderen gesagt zu bekommen, wie sie sich nach deren Ansicht zu verhalten hätten, ist die Akzeptanz für Schutzprojekte größer. Diese sind dann nicht von Fremden aufgezwungen worden, sondern Menschen der Region engagieren sich selbst. Außerdem erhalten sie Geld und Anerkennung für ihre Arbeit bei den Projekten. Das ist ein wesentlicher Punkt, der sogar gegen traditionelle Gewohnheiten ein überzeugendes Argument ist. Tier- und Artenschutz einerseits und Menschenschutz andererseits werden dann nicht gegeneinander aufgerechnet. Die globalen Interessen des Umweltschutzes werden also auch nicht als Gegensatz zur eigenen Existenz wahrgenommen. So können Einheimische sich und ihre Familien zum Beispiel durch die Arbeit als Ranger ernähren, statt zu verelenden und zu verhungern, weil sie keine Felder mehr anlegen und/ oder die Tiere nicht mehr jagen dürfen. Gute Beispiele hierfür sind der Schutz der Nashörner, der Orang Utans, der Schildkröten, der Amurleoparden.

Bei der Wahl des Zootiers des Jahres sollen insbesondere auch Tierarten mit berücksichtigt werden, die weniger bekannt und/ oder weniger beliebt sind, aber als hochgefährdet gelten.

Moment, werdet Ihr jetzt sagen. Warum ist dann als allerstes Zootier des Jahres ausgerechnet der Leopard (Panthera pardus) gewählt worden? Dass Leoparden gefährdet sind, ist doch bekannt. Darüber wird doch bereit in den Medien berichtet und unbeliebt sind Leoparden auch nicht. Die Gehege dieser imposanten Großkatzen ziehen doch in jedem Zoo und Tierpark die Besucher an? Also warum startet die Aktion nicht mit einer anderen Tierart, mit einer, von der ich noch nie gehört habe?

Amurleoparden-Nachwuchs im Serengeti-Park Hodenhagen

Amurleoparden-Nachwuchs im Serengeti-Park Hodenhagen

Nun, die Erklärung liegt auf der Hand. Es geht darum, erst einmal grundsätzliches Interesse an der Aktion „Zootier des Jahres“ zu wecken. Seien wir ehrlich mit uns selbst. Wäre das erste Zootier des Jahres statt des beeindruckenden Leoparden ein eher unscheinbares Tier, wie zum Beispiel die Kihansi-Gischtkröte, würden wir dann im gleichen Maße wissen wollen, worum es geht? Wohl eher nicht. Leoparden hingegen sind eye catcher, durch sie werden die Menschen auf die Aktion aufmerksam. Nachdem sie erfahren haben, worum es geht, stehen die Chancen gut, dass sie auch in den nächsten Jahren mitverfolgen, welche Arten jeweils zum Zootier gewählt werden. Du tust dies sicherlich auch.

Ich kann Dir nicht sagen, wie viele Bäume gefällt, wie viele Quadratmeter Erde verseucht und wie viele Kubikliter Wasser zur Giftbrühe wurden, während Du diesen Text gelesen hast. Außerdem denke ich, dass es wichtiger ist zu wissen, dass es Hoffnung gibt. Du kannst eine(r) ihrer TrägerInnen werden.

Was kannst Du tun, um die Aktion „Zootier des Jahres“ zu unterstützen?

Du kannst sie bekannter machen. Du weißt schon, es geht um das Thema „Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit“. Teile diesen Beitrag einfach in den Sozialen Medien, damit er möglichst große Kreise zieht. Du kannst noch auf anderen Wegen Mundpropaganda dafür machen. Erzähl zum Beispiel heute Abend Deinen Freunden davon. Morgen in der Mittagspause berichtest Du den Kollegen, was Du weißt. Und wie sieht es mit Deiner Chefin/ Deinem Chef aus? Ja, richtig gelesen. Sprich sie oder ihn doch mal an, denn bestimmt spendet auch Dein Betrieb zu Weihnachten an die eine oder andere gemeinnützige Organisation! Wie es der Zufall so will, wurde auch ein Spendenkonto für die Aktion Zootier des Jahres eingerichtet:

Kontoinhaber:
ZGAP
(Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V.)

 Kreditinstitut:
Volksbank im Unterland

Konto:
BIC: GENODES1VLS
IBAN: DE21620632630054550041

Verwendungszweck:
Zootier des Jahres + (Jahr)*

*Falls Du nicht allgemein für die Aktion, sondern gezielt für ein bestimmtes der Zootiere des Jahres spendest, gibt bitte das Jahr an. Also Zum Beispiel „Zootier des Jahres 2016“, wenn Du für Projekte spendest, die dem Leoparden helfen.

Illustration: Du bist gefordert

Berichte davon, überzeuge davon, beteilige Dich!

 

Hmm, welche Informationen sind noch für Dich interessant?

Natürlich, wer eigentlich das Zootier des Jahres auswählt und hinter dieser Aktion steht. Außerdem, welche Zootiere des Jahres es gibt. Sowie, welche Projekte für den Erhalt der jeweiligen Tierart unterstützt werden. Natürlich, was über die Aktion gesagt wird und das andere nachlesen können, was Du davon hältsts.

Initiatoren und Förderer

Drei Partner haben die Aktion ins Leben gerufen. Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. , die Deutsche Tierparkgesellschaft und die Gemeinschaft deutscher Zooförderer. Sie bestimmen das Zootier des entsprechenden Jahres.

Neben den genannten Organisationen, unterstützen auch einzelne Förderer die Aktion. Ihre Zahl wird steigen. Zum Start im Jahre 2016 sind bereits die folgenden zoologischen Einrichtungen dabei:

Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec
Zoo Landau in der Pfalz
Vogelpark Marlow
Tierpark Nordhorn
Serengeti-Park Hodenhagen
Zoo Augsburg

Meinungen zur Aktion gibt es hier:

Zootier des Jahres und die unterstützten Projekte:

Zum Zootier des Jahres 2016 ist der Leopard (Panthera pardus)

Zum Zootier des Jahres 2017

Zum Zootier des Jahres 2018

Zum Zootier des Jahres 2019

Zum Zootier des Jahres 2020

Zum Zootier des Jahres 2021

Zum Zootier des Jahres 2022

Zum Zootier des Jahres 2023

Zum Zootier des Jahres 2024

Zum Zootier des Jahres 2025

Zum Zootier des Jahres 2026