Alle gesund beim Totenkopfäffchen-Nachwuchs

Die Tiere sind nicht begeistert, wenn sie ihn sehen, denn meistens naht mit ihm etwas Unangenehmes. Man wird gefangen und gepikst oder gepikst und gefangen – je nachdem, was die Menschen für besser halten. Nun, da die Jungtiere größer und selbstständiger sind, stand der Besuch von Zootierarzt Thomas Scheibe auch bei den Totenkopfaffen (Saimiri) an. Und da sie gut zubeißen können, wurden die lebhaften Tiere dafür leicht sediert. Er untersuchte die jeweils um die 350 Gramm schweren Jungtiere gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter und Biologen Tobias Klumpe: „Wir haben das Geschlecht überprüft, sie gewogen und auch gechipt. Dabei setzen wir einen winzigen Mikrochip ein, damit man die Tiere sicher identifizieren kann. Das ist wichtig für die weitere Zucht im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms“, erläutert Klumpe. Derartige Chips werden auch für Haustiere oder Pferde verwendet. Vorerst bleibt der Nachwuchs aber in Osnabrück: „Totenkopfaffen werden erst mit drei bis vier Jahren geschlechtsreif. Solange bleiben die Tiere erst mal bei uns. Für alle weiteren Schritte stehen wir im engen Austausch mit dem Zuchtbuchkoordinator“, berichtet Klumpe. Diesmal sind es ein Männchen und zwei Weibchen und alle drei sind gesund und putzmunter.

Totenkopfäffchen erwacht aus der Sedierung.

Ein Männchen und zwei Weibchen – das stellte nun der Tierarzt des Osnabrücker Zoos bei der Untersuchung der Totenkopfaffen-Jungtiere fest

„Die kleinen Äffchen sind wie kleine Kinder – furchtbar neugierig, aber gleichzeitig auch sehr vorsichtig. Sie wollen alles anfassen, testen und untersuchen, aber wenn sie etwas nicht kennen, huschen sie mit lautem Gezeter zurück zu Mama, am liebsten auf ihren Rücken“, lacht Tierpflegerin Sabine Springmeier. Die Jungtiere kamen im vergangenen August und September auf die Welt. Inzwischen entdecken sie behände ihre Umgebung und genießen dabei noch Narrenfreiheit. „Sie werden von den Erwachsenen noch nicht in ihre Grenzen gewiesen und drängeln sich zum Beispiel gerne an der Futterstelle vor. Allerdings zeigen ihnen ihre Mütter schon, dass sie auf eigenen Füßen stehen müssen – sie schubsen die jüngsten Familienmitglieder auch schon mal weg, wenn sie wieder auf ihren Rücken wollen“, so Springmeier. Der nächste Nachwuchs bei den Bolivianischen Totenkopfaffen wird bis Endes des Jahres erwartet. Bei den südamerikanischen Primaten kümmern sich die Weibchen nicht nur alleine um die Jungtiere, sondern sie haben in den Gruppen auch generell das Sagen. So bleibt auch Vater Miguel, das Osnabrücker Zuchtmännchen, dem Familienrummel lieber fern.

Schreibe einen Kommentar