Bericht über die Ausstellung des Rassekaninchenzuchtvereins F428

Vereinslogo des Rassekaninchenzuchtvereins  F 428 Hodenhagen

Vereinslogo des Rassekaninchenzuchtvereins F 428 Hodenhagen

Hodenhagen, 02.11.2013 Landesmeister, Bundessieger, Europameister – mitten im Heidekreis im beschaulichen Hodenhagen. Das überrascht mich. Also setze ich mich mit dem ersten Vorsitzenden des Vereins, Herrn Andreas Rau, in Verbindung. Er ist auch gleich bereit, mir einige Vorabfragen zu beantworten und wir vereinbaren, uns während der Ausstellung weiter zu unterhalten. Heute ist es soweit.

 

Bereits auf dem Parkplatz erwartet mich die zweite Überraschung. Nicht nur Kennzeichen aus dem Heidekreis, sondern auch aus benachbarten Kreisen, ja sogar aus Ostdeutschland entdecke ich. Bei mir kommt der Verdacht auf, dass mir in den letzten Jahren doch etwas entgangen sein könnte. Diese regelmäßig stattfindende Ausstellung scheint recht beliebt zu sein. Warum besuche ich sie erst jetzt? Die Antwort auf diese Frage hat Herr Rau im Laufe des Vormittags mehrfach von mir gehört: „Ich wusste nicht, dass Kaninchen so interessant sein können!“.

 

Und wirklich, dass sind sie. Deutsche Kleinwidder, Marburger Feh, Deutsche Riesen, Thüringer, Rote Neuseeländer, Zwergwidder, Castor-Rexe, Graue Wiener, Weißgrannen, Separator, Kleinwidder, Farbenzwerge, Helle Großsilber, Dreifarben-Schecken-Rexe, Deilenaar, Rheinische Schecken, Hasenkaninchen, Dalmatiner-Rexe, Satin-Elfenbein, Lohkaninchen,… all dies sind Rassen, die der Besucher bestaunen kann. Bei der laufenden Ausstellung werden allein 254 Kaninchen in 35 Rassen und Farbschlägen präsentiert!

 

Farbschläge? Drei Sachverhalte erfahre ich als erstes von Herrn Rau. Erstens, dass Kaninchenrassen mit herabhängenden Ohren als Widder bezeichnet werden. Zweitens, innerhalb der Rassen gibt es eine Klassifizierung nach Größe. Drittens, innerhalb der einzelnen Kaninchenrassen wird nochmals anhand der Fellfärbung, dem so genannten Farbschlag, unterschieden. Farben wie weißgrannenfarbig schwarz, wildfarben, lohfarben, grau, … der Vielfalt scheint keine Grenze gesetzt zu sein.

 

Zwergwidder wildfarbend-weiß

Zwergwidder wildfarbend-weiß

Eine dritte Überraschung hält ein „Kleiner Widder, wildfarben“ für mich bereit. Es stört ihn offensichtlich, dass wir uns so lange vor seinem Käfig aufhalten und markiert sein Revier. Seiner Meinung nach gehört meine Hose nun auch dazu, was ich mit größerer Gelassenheit feststelle, als Herr Rau. Wer über Tiere berichtet, nimmt solche Zwischenfälle mit Humor. Wozu gibt es schließlich Waschmaschinen? Doch zurück zur Ausstellung. Kaninchenzucht ist nichts Alltägliches und sie ist etwas, das mehr Einsatz erfordert, als ich dachte. Daher möchte ich gerne wissen, wie die Züchter in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

 

„Es ist ein Hobby, das oft belächelt wird. Denn viele wissen nicht, was alles so dahinter steckt. Sie denken auch, Du hast ein paar Kaninchen, gehst dann mit dem schönsten zur Ausstellung und das war´s dann. Noch heute höre ich den einen oder anderen Spruch dazu. Aber es ist besser geworden. Inzwischen erkannt man uns an. Auch seitens des Bürgermeisters und der Stadt Hodenhagen erhalten wir Anerkennung. Wir sind überregional bekannt. Es gibt Clubs, die hier in dieser Halle Ausstellungen durchgeführt haben, weil ihnen unser Verein ein Begriff ist.“

 

Bei der Gelegenheit frage ich gleich einmal nach, wie der Verein zu seinem Namen kam. Ich erfahre, dass der Großbuchstabe „F“ für den Landesverband Hannover als zuständigen Landeszuchtverband steht. Die Ziffern „428“ wurden dem Hodenhagener Zuchtverein bei seiner Gründung im Jahre 1984 vom Landesverband Hannover zugeteilt.

 

Und wie sieht es mit dem Nachwuchs für den F 428 aus? Nicht so schlecht, wie bei anderen Vereinen. Der Rassekaninchenverein Hodenhagen hat das Glück, noch nicht überaltert zu sein. Dennoch, auch die Hodenhagener sehen fehlenden Nachwuchs als größtes Vereinsproblem an. Und sie steuern dagegen, indem sie Jungzüchtern besonders unter die Arme greifen. Da wird auch schon mal mit den allerersten Zuchttieren ausgeholfen, damit der Start bei diesem interessanten Hobby leichter fällt. Schon ab 6 Jahren kann man übrigens Mitglied werden und bei der nächsten Ausstellung vielleicht bereits selbst ausstellen. Der Jahresmitgliedsbeitrag ist mit lediglich 18 Euro eine überschaubare Startinvestition. Vor allem ist es ein sinnvoll angelegter Betrag, denn die Kaninchenzucht ist ein umfangreiches Thema. Da ist es schön, wenn man auf das Fachwissen alter Hasen (entschuldigen Sie das Wortspiel) zurückgreifen kann. Ich möchte gerne von Herrn Rau erfahren, was für ihn das Besondere bei der Kaninchenzucht ist.

 

„Bei der Zucht selbst ist es die Zeit, wenn die Jungtiere kommen. Wenn ich sie mir dann auf den Tisch stelle und bei manchen gleich erkenne, der wird was werden. Das ist jedes Mal ein toller Moment. Im Vereinsleben ist die Geselligkeit für mich das schönste. Sich zusammensetzen und unterhalten. Da sind über die Jahre Freundschaften entstanden, die über die Vereinstätigkeit hinaus gehen.“

 

Spätestens jetzt, ist jedem Leser klar, dass Kaninchenzucht ein Hobby ist, über das es sich nachzudenken lohnt. Diese Ausstellung lohnt sich, für Neugierige wie Sie und mich genauso, wie für kundiges Fachpublikum. Sie ist einen Besuch wert. Am Sonntag, den 03.11.2013 sind Sie von 10.00 bis 16.30 Uhr wieder herzlich willkommen. Nutzen Sie die Gelegenheit und schauen Sie vorbei!

Vorab finden Sie hier eine Fotostrecke zur Rassekaninchenausstellung.

 

1 Antwort

  1. 3. November 2013

    […] Für weitere Informationen folgen Sie bitte diesem Link […]

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