Der Drill ist vom Aussterben bedroht

Der Drill ist vom Aussterben bedroht. Gemeint ist leider nicht der zweifelhafte Erziehungsstil, der erfreut sich stellenweise wieder zunehmender Beliebtheit, sondern gemeint ist die Affenart. Der Drill ist, wie der Name uns schon verrät, mit dem Mandrill verwandt. Beide Affenarten ähneln sich in Aussehen, Verhalten und Gefährdung. Der Drill kommt dabei nicht nur bei der Farbenpracht schlechter weg. Denn während der Mandrill „nur“ als gefährdet gilt, ist der Drill bereits als stark gefährdet eingestuft. Besonders die Abholzung der Regenwälder für Landwirtschaft und Verkehrsanbindung, zerstückelt die Heimat der beiden Primatenarten und lässt sie stetig kleiner werden.

Aku ist der Chef der Drillgruppe

Der Zoo Osnabrück beteiligt sich an der Nachzucht der Drills. In den letzten Wochen entstand dort die größte Drillgruppe innerhalb des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP). Zusammen mit dem EEP-Koordinatoren hat Tobias Klumpe, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zoos Osnabrück, die Zuchtgruppe zusammengestellt. Es sind zurzeit sieben Tiere. Das älteste Männchen Aku stammt aus Wuppertal und die beiden Männchen Nzuri und Moaba aus Barcelona. Die Weibchen Nala, Bokassi und Kimani aus Saarbrücken und Katara aus Hannover vervollständigen die Gruppe.

In Osnabrück teilen sich die Drills ihr 2.400 Quadratmeter großes Außengehege mit zwei anderen Tierarten: drei Diana-Meerkatzen und drei Rotbüffeln. „Es ist sehr spannend zu beobachten, wie die drei Tierarten miteinander interagieren. Insgesamt verstehen sie sich sehr gut, manchmal piesackt das Drillmännchen die Rotbüffel und die Diana-Meerkatzen wiederum die Drillmännchen. Auf jeden Fall haben die Meerkatzen das Sagen. Solche Interaktionen sind aber harmlos und bedeuten auch Abwechslung für die Tiere“, beschreibt Revierleiter und Tierpfleger Wolfgang Festl die Situation. Wer die interessante Tier-WG der Drills besuchen will, kann dies auch in den Wintermonaten, denn die Tiere sind auch bei kühleren Temperaturen auf der Außenanlage zu sehen. Beheizte Felshöhlen bieten ihnen auch an kälteren Wintertagen Schutz.

Im nächsten Jahr vergrößert der Zoo Osnabrück seine Drill-Gruppe. „Insgesamt 80 Tiere sind innerhalb Europas im EEP erfasst. Wir planen im nächsten Jahr noch auf acht bis zehn Tiere zu erhöhen“, erklärt Klumpe. Das kommt den Tieren zugute. Wie alle Pavianartigen, leben auch die Drills in freier Wildbahn in Gruppen zusammen. Dort umfassen die Gruppen sogar 30 und mehr Individuen. Der Zoo will sich verstärkt in das EEP Zuchtprogramm für die Drills einbringen. Zusätzlich unterstützt der Zoo Osnabrück auch Freilandprojekte mit diesem Ziel. „Wir werden im nächsten Jahr 2.000 Euro an eine Auffangstation spenden, die ehemalige Jäger finanziert, die nun als Wildhüter arbeiten. Ihre Aufgabe ist für die Stationen die sogenannte Aframomun Pflanze zu sammeln, die die Drills hauptsächlich fressen“, berichtet Zoodirektor Prof. Michael Böer.

Diana-Meerkatzen im Hintergrund der Anlage

English version:

Drills are highly endangered. Unfortunately I am not talking about the suspect way of educating. No, I am talking about the monkey species. The drill is cogeneric with the mandrill like his name explains. Both monkey species are similar in appearance, behavior and status of endangerment. The drill loses out on, not only by less powerful colour. The mandrill „only“ is declared as endangered species, the drill as critically endangered. Especially the clear-felling of the rainforests for farming and for roads cuts the habitat of the two primates into even smaller pieces.

Within the last few weeks the zoo Osnabrück did build up the biggest breeding group of drills within the EEP. Tobias Klumpe, member of the scientific staff of the zoo Osnabrück, assembled the breeding group in cooperation with the EEP-coordinators. At the moment the group has got seven animals. The oldest male Aku came from Wuppertal and the younger males Nzuri and Moaba came from Barcelona. The female drills Nala, Bokassi and Kimani came from Saarbrücken and female Katara came from Hannover.

In Osnabrück the drills live on their 2,400 square metres large outdoor enclosure together with two other species, with three Diana monkeys and three African buffalos. „It is more than interesting to see how the three species are interacting with each other. All in all they got well, besides the drill male teases the buffalos and Diana monkeys in turn the drill males. No doubt, that the Diana monkeys are the kings of the castle. Such interactions are harmless and they are an alternation for the animals“, describes Wolfgang Festl the situation. He is the keeper in charge for this animal quarter. If you like to see this fascinating animal community you may have the possibility to do also in the winter season. The animals are also outside, if the temperatures are lower, because they always are able to go into their heated rock caves, if they like to.

In the next year the zoo Osnabrück is going to grow up its drill group. „By the EEP are all together recorded 80 animal within Europe. Next year we plan to increase the group up to eight or ten animals“, explains Klumpe. That is good for the animals. Like all baboonish also the drills live in groups in the wilderness. There theses groups exist out of 30 and more individuals. The zoo likes to play a bigger part at the EEP breeding program of drills. Moreover the zoo Osnabrück supports African projects with the same aim. „We are going to donate 2,000 Euro to a rescue centre for wildlife which sponsors former hunters who are now working as rangers. They are in charge for collecting the so called Aframomun plant which is the main feed plant of the drills“, explains Zoodirektor Prof. Michael Böer.

Schreibe einen Kommentar