Der Irrtum der Speziesismus-Proklamation!

Es gibt viele Beobachtungen, Theorien und Bewertungen und jede braucht einen Namen. Die des „Speziesismus“ hat den ihren von dem britischen Psychologen Richard Ryder.

Er hat den Begriff 1970 eigens kreiert, um seine Beobachtungen und Schlussfolgerungen und seine persönlichen Bewertungen derselben, mit einem möglichst griffigen Etikett zu versehen. Ryder ist der Auffassung, dass Menschen den Anspruch erheben, sich von anderen Lebewesen abzugrenzen. Er ist des Weiteren der Auffassung, dies sei Ausdruck für eine Philosophie, in der der Mensch sich selbst als Mittelpunkt und in der Beziehung zu seiner Umwelt, als ausschlaggebend ansieht.

Die Vielfalt der Tierwelt

Unterschiede gibt es nicht? Unterteilungen in Spezies ist nichts Naturgegebenes?

Ryder zieht die Schlussfolgerung, dass die Abgrenzung des Menschen von anderen Spezies somit eine Folge der besagten Philosophie sei. Er bezeichnet diese von ihm gemachten Wahrnehmungen als „Speziesismus“.

Er unterzieht den „Speziesismus“ einer persönlichen ethischen Beurteilung. Er bewertet ihn als unmoralisch. Ryder vertritt die Theorie, dass „Speziesismus“ eine Form der Diskriminierung sei. Seine Theorie besagt, dass die Zuordnung von Individuen zu verschiedenen Spezies damit einhergehe, dass dem Individuum ein bestimmter Platz auf einer Werteskala zugeordnet wird. Dieser durch die Spezieszugehörigkeit zugeteilte Platz sei es, der darüber bestimme, in welchem Maße zum Beispiel das Wohlbefinden und das Überleben des Individuums bei Überlegungen und Handlungen anderer Individuen Berücksichtigung findet. Ryder verurteilt diese von ihm postulierte Diskriminierung.

Personen, die den Beobachtungen, Schlussfolgerungen und Bewertungen von Ryder folgen, bezeichnen sich selbst als „Antispeziesisten“.

Sie sind der Auffassung, dass „Speziesismus“ existieren würde. Sie wider die wahre Natur sei, ein künstliches Gebilde darstelle und dass sie das Ziel der Unterdrückung von Spezies durch eine andere, insbesondere durch die des Menschen, verfolge. „Antispeziesisten“ ziehen Vergleiche zwischen dem von ihnen deklarierten „Speziesismus“ und real existierenden Unterdrückungsformen innerhalb der menschlichen Spezies, wie Sexismus, Rassismus oder den Hass aufgrund einer Religionszugehörigkeit.

Das Schreckgespenst Speziesismus

Buh. Ich bin der „Speziesismus“.

Sehen wir uns Thesen und Theorie näher an.

„Ryder ist der Auffassung, dass Menschen den Anspruch erheben, sich von anderen Lebewesen abzugrenzen und dass dies Ausdruck für eine Philosophie sei, in der der Mensch sich selbst als Mittelpunkt und in der Beziehung zu seiner Umwelt, als ausschlaggebend ansieht.

Stimmt diese Auffassung? Zu These 1,  2 und 3

Zu These 1)
Es ist unstrittig, dass der Mensch als maßgeblich formend auf seine Umwelt einwirkt. Er gestaltet sie mit.

Zu These 2)
Dass der Mensch sich als Mittelpunkt und in der Beziehung zu seiner Umwelt, als ausschlaggebend ansieht, ist strittig.
Dies mag auf einzelne Personen zutreffen. Der verallgemeinernden Behauptung von Ryder stehen die anderslautenden Überzeugungen von Millionen von Menschen gegenüber. Er beginnt seine Überlegungen somit bereits mit einer inkorrekten Datenbasis.

Zu These 3)
Es ist in der Tat so, dass der Mensch sich als einer eigenen Spezies zugehörig wahrnimmt und erkennt, dass die Menschheit aus einer Vielzahl von Individuen besteht. Er erkennt des Weiteren, dass es neben der Menschheit noch andere Spezies gibt. Der Mensch ist rational und emotional dazu in der Lage, seine eigene Spezies von anderen Spezies zu unterscheiden. Erwähnt werden muss hier, dass es dabei auch Ausnahmen gibt. Genannt seien Personen, die ohne menschlichen Kontakt, unter Tieren aufwuchsen (zum Beispiel so genannte Wolfskinder) und sich erst mit Hilfe anderer Menschen als der gleichen Spezies zugehörig erkennen können. Eine weitere Ausnahme stellen Personen dar, die anderen Menschen das Recht absprechen, sich der gleichen Spezies angehörig fühlen zu können. Eine solche Haltung wird von Sozial-Darwinisten und den mit ihnen inhaltlich verbundenen rassistischen Gruppierungen eingenommen. Als weitere Ausnahme sind die so genannten „Antispeziesisten“ anzusehen. Sie sprechen zum einen der Menschheit an sich ab, eine eigene Spezies darzustellen. Zum anderen fördert ihre Ideologie, dass Menschen sich gegen andere Angehörige der eigenen Spezies wenden.
Den aufgezählten Ausnahmen ist gemein, dass die Wahrnehmung der Realität bei den jeweiligen Personenkreisen gestört ist und stark von der menschlichen Norm abweicht. Ihre fehlerhafte Wahrnehmung führt bei den Personen wiederum zu sozialem Fehlverhalten.

„Ryder zieht die Schlussfolgerung, dass die Abgrenzung des Menschen von anderen Spezies somit eine Folge der besagten Philosophie sei. Er bezeichnet diese von ihm gemachten Wahrnehmungen als „Speziesismus“ und diesen als unmoralisch. Ryder vertritt die Theorie, sie sei eine Form der Diskriminierung. Seine Theorie besagt, dass ___STEADY_PAYWALL___die Zuordnung von Individuen zu verschiedenen Spezies damit einhergehe, dass dem Individuum ein bestimmter Platz auf einer Werteskala zugeordnet wird. Dieser durch die Spezieszugehörigkeit bestimmte Platz sei es, der darüber bestimme, in welchem Maße zum Beispiel das Wohlbefinden und das Überleben des Individuums bei Überlegungen und Handlungen anderer Individuen Berücksichtigung findet. Ryder verurteilt diese von ihm postulierte Diskriminierung.

Stimmt diese Auffassung? Zu These 4 und  5

Zu These 4)
Ryder behauptet, dass die Unterteilung von Lebewesen die Konsequenz einer speziellen Weltanschauung sei. Nun steht es jedem frei, die Wissenschaften als Weltanschauung einzustufen, auch ihm. Doch erstaunt es trotzdem, dass Ryder selbst das Offensichtliche ignoriert. Es ist leicht zu erkennen, dass Hunde und Aale jeweils eigenen Spezies zuzuordnen sind, desgleichen Vögel und Menschen. Allein schon die Unterschiede in Anatomie und Verhalten dieser exemplarisch genannten Spezies sind derart gravierend, dass diese wenigen Merkmale genügen, um vor Augen zu führen, wie absurd die Vorstellung ist, dass eine Unterteilung der Lebewesen in unterschiedliche Spezies nichts Naturgegebenes sei. Der Mensch hat diese Unterteilung nicht kreiert, sondern lediglich erkannt.

Und nicht nur dem Menschen, sondern auch anderen Spezies ist es bewusst, dass es Unterschiede und damit einhergehend, Unterteilungen, bei den Lebewesen gibt. Eine Antilope benimmt sich gegenüber einer Giraffe anders, als bei einer Begegnung mit einer Hyäne. Ein Igel benimmt sich bei einer Begegnung mit einem Wildschwein anders, als bei der Begegnung mit einem Reh. Die Tiere reagieren auf verschiedene Spezies unterschiedlich. Sie sind sich bewusst, welche Tiere der eigenen Spezies angehören. Welche anderen Spezies der ihren freundlich, neutral oder feindlich gegenüberstehen. Und sie geben der eigenen Spezies Vorrang vor anderen. Was völlig natürlich ist. Es gibt keine Gleichheit unter den Spezies. Und das ist auch gut so. Nur so kann die Vielfalt des Lebens gesichert werden. Ryders Behauptung eine Unterteilung wäre „das Konstrukt von Menschen, die einer Weltanschauung folgen würden“ ist extrem fragwürdig, da sie bereits durch einen einzigen Blick auf die Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten widerlegt ist.

Zu These 5)
Ryder bewertet eine Unterteilung von Lebewesen in unterschiedliche Spezies als „unmoralisch“ und „diskriminierend“. Eine Handlung oder Nicht-Handlung an sich ist wertneutral. Ethik und Moral sind Begriffe, die menschliches Handeln katalogisieren, beschreiben und bewerten. Jeder Mensch hat eigene, höchst persönliche, Richtlinien nach denen er beurteilt, ob eine Handlung oder Nicht-Handlung für ihn selbst ethisch vertretbar ist. Nach diesen Maßstäben bewertet er sowohl seine eigenen, als auch die (Nicht-)Handlungen Dritter als moralisch oder unmoralisch. Die Schnittmenge aller Menschen, die eine Gemeinschaft bilden, gibt einen Rahmen vor, in der (Nicht-)Handlungen gesellschaftlich akzeptiert und als moralisch akzeptabel bewertet werden. Da es sich bei diesem Rahmen um eine Schnittmenge handelt, entsprechen die persönlichen Maßstäbe nicht zwingend denen der Gesellschaft.

Es gibt Unterschiede bei den Lebewesen. Die Menschheit nimmt diese Unterschiede wahr und aufgrund dieser, eine Unterteilung der Lebewesen in Spezies vor. Dies ist sowohl eine unbewusste, da evolutionär bedingte Handlung, als auch eine bewusste Handlung in Form der wissenschaftlichen Definition der Umwelt. Sie erfolgt aufgrund objektiver Kriterien, wie zum Beispiel Merkmalen der Genetik und der Anatomie. Die Handlung der Unterteilung in Spezies ist daher gesellschaftlich akzeptiert. Denn es handelt sich eben nicht, wie Ryder implizieren möchte, um eine Handlung, die vom Unterteilenden aus subjektiven Gründen, wie Sympathie oder Antipathie bestimmt sind. Somit kann per se auch keine Diskriminierung vorliegen, denn diese beruht auf einer Unterteilung aufgrund rein subjektiver, da emotionaler Faktoren.

Die Menschen stellen in ihrer Handlungsweise keine Ausnahme dar. Auch Tiere erkennen Unterschiede zwischen den Spezies und nehmen entsprechende Unterteilungen vor. Sie leben ebenfalls mit und auch von, anderen Spezies. Als Beispiel seien der Einsiedlerkrebs genannt, der Muscheln als Eigenheim nutzt, die Ameise, welche sich Blattlausherden hält und die Seemöwe, die Futter im Kielwasser von Menschen findet. Weder diskriminieren wir andere Lebewesen, wenn wir sie nutzen, noch sie uns, wenn sie den Menschen nutzen.

Speisenglocke mit Fragezeichen und eine Besteckgarnitur

Dürfen Essgewohnheiten darüber entscheiden, wie Du von anderen Menschen behandelt wirst?

Lassen wir außen vor, dass noch nicht abschließend geklärt ist, ob auch Tiere zu moralischen Handlungen fähig sind und falls ja, ob sie ähnliche ethische Vorstellungen wie Menschen hätten oder sich diese voneinander derart stark unterschieden, dass sie einander entgegenstehen würden. Setzen wir aus Gründen der Vereinfachung voraus, dass auch Tiere moralisch handeln und durchschnittlich-westlichen ethischen Grundsätzen folgen würden. Betrachten wir die Menschheit unter diesen Voraussetzungen als Bruchteil der Gemeinschaft der Lebewesen, dann stellen wir fest, dass wir uns gesellschaftskonform verhalten. Auch dann ist die Unterteilung in Spezies eine moralisch korrekte Handlung. Sie erfolgt nun einmal aus sachlichen und nicht, wie Ryder behauptet, aus emotionalen Gründen.

Zusammenfassung der Kritik an den Thesen und der Theorie von Richard Ryder zum so genannten „Speziesismus“

Ryder zieht Schlüsse aufgrund einer Datenbasis, die diese Bezeichnung nicht verdient. Die wenigen Daten, die er seinen Thesen überhaupt zugrundlegt, sind inkorrekt (siehe Kritik zur zweiten These) und nicht einmal im vorhandenen Datensatz an sich, sind Daten von ihm  wenigstens demographisch differenziert beurteilt worden. Des Weiteren werden Erkenntnisse der hier ausschlaggebenden Fachgebiete der Biologie und Soziologie von ihm erst gar nicht berücksichtigt. Die Speziesismus-Proklamation beruht ausschließlich auf strittigen Thesen. Aus ihnen leitet Ryder eine ebenfalls strittige Theorie ab. Es gibt keine Belege, die Thesen oder Theorie untermauern oder gar belegen würden. Hingegen sind sie durchsetzt von subjektiven Wahrnehmungen und moralischen Bewertungen. Es handelt sich um persönliche Ansichten, nicht um eine wissenschaftlich fundierte Studie. Es handelt sich um Vorstellungen und nicht um Fakten. Es geht um Wahrnehmungen, nicht um die Realität. Es geht nicht um Wahrhaftigkeit, sondern um nicht vorhandene ethische Implikationen und damit einhergehende moralische Verwirrung der Verfechter der Speziesismus-Theorie. Die so genannten „Antispeziesisten“ vertreten hierzu eine andere Ansicht. Sie irren sich.

Die bunte Vielfalt der Menschen

Verfolgung, weil Du nicht bist, wie andere Dich haben wollen?

 

So genannte „Antispeziesisten“ stellen eine erhebliche Gefahr für die Gesellschaft dar!

Fatal im Zusammenhang mit Ryders Thesen und Theorie ist, dass sie nicht als philosophische Abhandlung betrachtet werden, sondern als politisches Manifest mit vorgeblich wissenschaftlichem Fundament. Er selbst wird von den „Antispeziesisten“ als Quelle der Erkenntnis und maßgebliche wissenschaftliche Instanz bezüglich des Verhältnisses zwischen Mensch und Tier angegeben.  Er ist jedoch Moralphilosoph. Eine Richtigstellung seitens des Verfassers hierzu ist nie erfolgt. Er hat sich auch nie von den Auswüchsen distanziert, die diese Irrtümer mit sich bringen. 
Man mag von den Thesen und der Theorie Ryders halten, was man will. Fest steht, dass der Ansatz von Ryder, seine Grundidee und tiefer persönlicher Wunsch, das Unrecht und das Leid auf dieser Welt zu mindern, ehrenwert ist. Fest steht leider auch, dass „Antispeziesisten“ sich selten kritisch mit seinen Überlegungen auseinandersetzen, keine differenzierte Betrachtung vornehmen, sondern lediglich Ryders subjektiv-emotionalen Schlussfolgerungen und daraus resultierenden Forderungen übernehmen.

Ist eine kritische Auseinandersetzung, mit dem, was jemand für richtig hält, nicht mehr möglich, dann handelt es sich nicht länger um einen philosophischen Ansatz oder um eine moralische Haltung. Davon kann man dann nicht mehr sprechen. Dann sollte, nein, dann muss das Kind beim richtigen Namen genannt werden. Dann handelt es sich um eine Ideologie!

Und immer sind es „höhere Ziele“, die als Rechtfertigung für die Entmenschlichung herhalten. Das haben Ideologien und verbrecherische Diktaturen gemein. Sie beginnen mit einem guten Gedanken und geraten dann in den Händen von Extremisten und Fanatiken außer Kontrolle. Ryder und die Personen, die seinen Thesen und seiner Theorie folgen, befinden sich durch ihr Verhalten weit außerhalb dessen, was von unserer Gesellschaft als moralisch akzeptabel bewertet wird. „Antispeziesisten“ sind nicht an Wahrhaftigkeit interessiert. Nur an der Ausbreitung ihrer menschenverachtenden Ideologie.

Ich bin Weiße, eine Europäerin, eine Deutsche – das sind schon einmal drei Gründe, warum bei mir die Alarmglocken schrillen, wenn es um Ideologien geht. Sie haben es nun einmal zu oft an sich, zu Hass auf alle zu führen, die der jeweiligen Ideologie nicht entsprechen oder sich weigern ihr zu folgen. Sie führen zu oft zu Verfolgung Andersdenkender.  Sie sind vorgebliche „Rechtfertigung“ für derart viel Leid in unserer Welt, dass es mich erschüttert, wenn ich es mit Personen zu tun bekomme, die sich einer Ideologie  voll und ganz verschreiben und zu Extremisten, Fanatikern und willigen Tätern werden. So ist es auch bei den „Antispeziesisten“.  Mit dem Mund bekennen sie sich dazu „In Harmonie mit der Natur und allen Lebewesen leben zu wollen“ und marschieren zugleich im Takt von Hasstiraden auf all jene, die sich ihrer Ideologie nicht anschließen wollen. Unter dem Ruf „Stoppt das Leid!“, fügen sie diesen Menschen Leid zu. Im Schatten der Fahne „Gleichheit für alle!“, diskriminieren sie sie.  Unter dem Deckmantel der „Gerechtigkeit für alle“, begehen sie Unrecht an ihnen. Alles im Namen ihrer Ideologie und in der Überzeugung, im Recht zu sein und auf dem Wege, ein Paradies auf Erden zu schaffen. Ein altbekanntes Lied und leider wieder beliebt.

Riesenkatze und kleine Menschen

Sind Tiere wichtiger als Menschen?

Ja, sprechen wir einmal von Diskriminierung. Von realer Diskriminierung! Kein Mensch hat das Recht einen Anderen aufgrund seiner Rasse, seines Geschlechts, seiner Religion, seiner Berufswahl oder wegen etwas anderem herabzuwürdigen. Weder für etwas, das diese Person objektiv ausmacht, wie Größe oder Gewicht, noch für etwas Subjektives, das ihn ausmacht, wie seine privaten Vorlieben oder persönlichen Ansichten.

Antispeziesisten tun genau dies! Sie sind der Meinung, dass sie selbst moralisch überlegen seien und haben das dringende Bedürfnis, dies all den Minderwertigen um sie herum deutlich zu machen. All die Tierhalter und Fleischesser sind in ihren Augen ein „Etwas“. Ein „Etwas“, dass man bekämpfen muss. Ein Feind der eigenen Ideologie, der diskreditiert, verfolgt und vernichtet werden muss. Sie stehen im Weg. Sie müssen weg. Wer sich der „Erleuchtung“ verweigert, der ist zu primitiv, um erleuchtet werden zu können. Der ist nicht intelligent genug, kann die großartigen Erkenntnisse nicht erfassen. Der ist nicht gleichwertig. Der ist ein Verbrecher. Der ist kein normaler Mensch. Der ist gar kein Mensch, der ist eine Bestie.

Menschen, die festlegen wollen, wie andere Menschen zu sein haben, um als Menschen zu gelten. Gerade in unserem Land, sollte das die Bevölkerung auf die Straße bringen, aber die Mehrheit schweigt zu all dem Hass, den diese Leute verbreiten. Ich kann die Schweiger verstehen. Wie andere Extremisten, sind auch „Antispeziesisten“ gut untereinander vernetzt. Wie andere Fanatiker kennen sie keine Hemmungen, wenn es darum geht, ihren Standpunkt zu vertreten. Aber neben unserer materiellen Existenz, haben wir auch eine Seele, die wir zu berücksichtigen haben.

Ich bin Weiße, eine Europäerin, eine Deutsche – das bringt mich bereits dazu, mich diesen Leuten entgegenzustellen. Vor allem aber, bin ich Christin, eine streitbare Lutheranerin. Und wenn mir jemand weißzumachen versucht, dass es moralisch vertretbar sei, Menschen zu beleidigen und zu diskriminieren, weil diese mit Tieren zusammenarbeiten oder tierische Produkte auf ihrem Speiseplan haben, dann hat er damit zu rechnen, dass zumindest ich nicht den Mund halte und damit einem derartig gefährlichen ideologischen Dreck schweigend zustimme. Ich fordere stattdessen dazu auf, aktiv auf die Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung hinzuwirken. Was zum Geier ist nur mit diesen Leuten los? Es darf nicht sein, dass Menschen aufgrund ihrer persönlichen Überzeugungen, ihrer Berufswahl oder ihrer Essensgewohnheiten mit Hass verfolgt werden. Nicht im 21. Jahrhundert. Nicht in Deutschland!

– Carmen Splitt

Illustration: Antispeziesismus ist ein fataler logischer Fehler

Irren ist menschlich. Aber menschlich muss man dabei bleiben!

 

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4 Antworten

  1. Claudia sagt:

    Selten habe ich derartigen Blödsinn zu lesen bekommen.

  2. georg sagt:

    Danke für ihre Ausführungen! Es bringt die diskriminierende und selbstüberhöhende Haltung der „Antispeziesisten“ auf den Punkt. Eine Frage bleibt: Wie wollen „Antispeziesisten“ leben? Mit einer veganen Lebensweise und der Abschaffung der Zoos und anderer Tierhaltungen ist es ja nicht getan. Eine konsequente Überwindung des „Speziesismus“ bedeutet ein Leben im Einklang mit der Natur, also eine Überwindung der ausbeutenden, naturfeindlichen Zivilisation, wie wir sie kennen. Das muss nicht negativ sein, aber eine alternative Gesellschaftsform hat der „Speziesismus“ nicht zu bieten. Sie wollen ein diffuses „Zurück in die Steinzeit – nur ohne Büffeljagd“. Und nun wird klar, welches romantisch-verklärtes Naturverständnis dem „Spezisismus“ zugrunde liegt. Er ist nicht nur fortschritts- und technologiefeindlich, sondern auch menschenverachtend und inhuman. Sie bedeutet faktisch die Einschränkung menschlicher Ethik: Gleiche unter Gleichen (egal ob Mensch oder Tier), das Recht des Stärkeren und mit dem Tierrechtler und Vordenker des „Speziesismus“ Peter Singer auch „unwertes Leben“ schwacher, kranker und behinderter Menschen. Sowas hatten wir schon mal in Deutschland.

    • Carmen Splitt sagt:

      Ja Georg,

      da kann ich nur zustimmen. Diese Geisteshaltung ist in Deutschland nicht neu. Und wieder schleicht sie sich unter dem Deckmantel eines vermeintlich “ edlen höheren Zieles“ in die Wohnzimmer und wird gesellschaftsfähig. So wie zuvor. Warum? Weil das vorgebliche Ziel, in der Tat etwas ist, was die Mehrheit sich wünscht.

      Zuvor bestand es in der Wiedererstarkung des Selbstwertgefühles und der Bekämpfung von Not und Ungerechtigkeit, unter der Deutsche litten. Das dieses Ziel mit Mitteln erzwungen werden sollte, die Erniedrigung und Tod, sowie weiteres Leid, Elend und Unrecht für Millionen von Menschen mit sich brachten, wurde (mehr als nur billigend) in Kauf genommen. Es waren ja „nur“ Nicht-Arier und anderes „nichtwertes Leben“, das zum Wohle der „Ideal-Deutschen“ litt.
      Heute geht es darum, einen gerechteren Umgang mit Tieren zu finden. Es zu vermeiden, unnötiges Leid zuzufügen. Und wieder ist jedes Mittel recht, um dieses Ziel zu erreichen. Unrecht, Ungerechtigkeit, Not und Elend treffen ja nun „nur“ die, die sich der Ideologie der so genannten „Antispeziesisten“ nicht anschließen, sich nicht erleuchten lassen. Wieder trifft es „Nicht-Menschen“. Zum Wohle der „edleren“ Lebewesen.

      Und wie zuvor, wird auch jetzt das rechtsradikale Gedankengut zu selten als solches benannt. Denn wer kritisierte denn früher schon „wahres Deutschtum“ und wer kritisiert heute „wahren Tierschutz“? Die Parallelen sind unübersehbar. Darum ist es wichtig, sich dieser Entwicklung entgegenzustellen. In der Tat. So etwas hatten wir schon in Deutschland. Eine Wiederholung ist nicht erstrebenswert.

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