Der Tod dieses Nashorns ist ein entsetzlicher Verlust!

Während der Bestand der südlichen Breitmaulnashörner sich erholt hat, gab es bis gestern weltweit noch fünf nördliche der Breitmaulnashörner. Nun starb das 1983 im tschechischen Zoo Dvur Králové geborene Nashornweibchen Nabiré an einer gerissenen Zyste. Dies ist eine Tragödie epischen Ausmaßes!

Tot eines Breitmaulnashorns

Es ist eine Katastrophe!

Im Jahre 1975 kamen sechs der schon damals stark vom Aussterben bedrohten Großsäuger aus dem Südsudan nach Dvur Králové, der sofort mit einem Zuchterhaltungsprogramm begann. Ihm gelang, leider als einzigem, die Nachzucht der seltenen Tiere. Ein fast aussichtsloser Kampf gegen die Zeit und die Auswirkungen rücksichtslosen menschlichen Handelns begann. Die Zuchtbemühungen waren erfolgreich, doch nicht so erfolgreich, wie sie es zur Erhaltung des nördlichen Breitmaulnashornes hätten sein müssen. 1989 gab der tschechische Zoo, zur Sicherung des Zuchtprogramms, eine Nashornkuh an den Zoo San Diego ab. Durch künstliche Befruchtung wurde erfolglos versucht, mehr Nachwuchs zu erhalten. Im Jahre 2009 siedelte der Dvur Králové schließlich einige der Tiere in Kenia an, in der Hoffnung, dass durch die Umgebung die Zeugung auf natürlichem Wege angeregt würde. Auch diese Hoffnung erfüllte sich nicht.

Die gestern verstorbene Nabiré konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht zum Zuchterfolg beitragen. Ihr Uterus war voller Zysten, betroffen war auch der rechte Eierstock.  Die Empfängnis und Austragung eines Jungtiers waren ihr unmöglich. Ihr linker Eierstock schien jedoch soweit gesund zu sein. Direkt nach ihrem Tod wurde dieser daher entnommen. Man hofft, dass die vorhandenen Eier für eine In-vitro-Fertilisation in Frage kommen. Die so entstehenden Embryos würden südlichen Breitmaulnashörnern eingepflanzt werden. Diese würden als Leihmütter fungieren. Dvur Králové arbeitet eng mit dem IZW (Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin zusammen) um hierfür ein Verfahren zu entwickeln und zu etablieren. Die von Nabiré gewonnenen Eier bilden die Grundlage für den Versuch. Außerdem wurden Nabirés Körper Gewebeproben entnommen, die ebenfalls der Reproduktion, sowie allgemeinen Forschungszwecken dienen sollen. Die Chance, das nördliche Breitmaulnashorn als Art zu erhalten, ist verschwindend gering. Es gibt jetzt noch zwei weibliche lebende Tiere, deren Eier ebenfalls für die beschriebene Methode in Frage kommen. Dazu selbst Jungtiere auszutragen, sind sie aus Altersgründen nicht mehr in der Lage. Bis gestern gab es weltweit noch fünf nördliche Breitmaulnashörner. Seit heute gibt es nur noch vier Exemplare! Und die schwache Hoffnung auf Laborerfolge.

1 Antwort

  1. 24. Februar 2016

    […] Beim Nördlichen Breitmaulnashorn bleibt inzwischen nur noch die vage Hoffnung auf Laborerfolge (Tierparkinfo.de berichtete). Auch beim Südlichen Breitmaulnashorn gestaltet sich die Nachzucht schwierig. WildtierexpertInnen […]

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Cookies. Sie dienen dazu, das Angebot der Website nutzerfreundlicher, effektiver und sicherer zu machen. Außerdem dienen sie der Analyse und zur Verbesserung von Marketingmaßnahmen. Wenn Du dies nicht möchtest, dann beende bitte den Besuch dieser Website. Durch die weitere Nutzung der Website stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Durch den Klick auf den Button "Akzeptieren" stimmst Du der Verwendung von Cookies ebenfalls zu. Der Hinweisbanner wird in einem Monat wieder eingeblendet, um Deine Zustimmung zu erneuern. Detailliertere Informationen zu Cookies und Co., sowie zu Deinen diesbezüglichen Möglichkeiten und Rechten erhältst Du in der Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen