Einblicke in das Leben der Fledermäuse im Zoo Osnabrück

Blumenfledermäuse (Glossophaginae), auch Blütenfledermäuse, werden sie genannt oder auch „Kolibris der Nacht“. Die Rede ist von kleinen Fledermäusen mit einer Kopf-Rumpf-Länge von nur etwa 5 bis 9 Zentimetern und einem Gewicht von 5 bis 30 Gramm. Ihr Fell ist braun, schwarz oder grau. Blumenfledermäuse sind auf dem amerikanischen Kontinent beheimatet und dort ein wichtiger Bestäuber von Pflanzen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Nektar und Pollen, aber auch von Früchten. Außerdem jagen sie Insekten. Ihre Zunge misst bis zu 75 Millimeter und weist den Beobachter damit auf ihre Hauptnahrungsquelle hin, den Nektar von Blüten.

Dank einer großzügigen Förderung der VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland sowie der Volksbank Osnabrück eG in Höhe von insgesamt 10.000 Euro kann der Zoo in der Bodentierwelt eine Fledermausgrotte für die Blumenfledermäuse errichten. Zoogeschäftsführer Andreas Busemann bedankt sich bei beiden Institutionen: „Derartige Förderungen sind für den Zoo sehr wichtig, da wir uns fast nur durch Eintrittsgelder, Sponsoring und Spenden finanzieren müssen. Ohne zusätzliche Unterstützung könnten wir gerade Bauprojekte nicht realisieren.“ Für den Zoogeschäftsführer ist die Förderung gleich doppelter Grund zur Freude, wie er erklärt. „Der ‚Unterirdische Zoo‘ liegt mir sehr am Herzen. Wir bringen den Besuchern dort den oft vergessenen Lebensraum Boden näher und haben zudem eine Verbindung zum benachbarten Museum geschaffen, das ebenfalls das Thema Boden aufgreift. Mit der Fledermausgrotte können wir wieder vermehrt Besucher in den ‚Unterirdischen Zoo‘ locken und auf das Thema Bodenschutz aufmerksam machen.“

Mitarbeiter Tobias Klumpe führt zur neuen Tierart des Zoos aus: „Blumenfledermäuse sind sehr schnelle und wendige Flieger und können sogar in der Luft ‚stehen‘ – wie Kolibris “, erklärt er. Um genügend Energie zu tanken, müssen Blumenfledermäuse pro Nacht etwa das Anderthalbfache des eigenen Körpergewichts an Nektar trinken. „Dafür bringen wir kleine Tränken an, aus denen sie mit ihren sehr langen Zungen eine spezielle Fruchtlösung trinken können.“ Bevor die kleinen Säugetiere einziehen können, müssen einige Umbauarbeiten vorgenommen werden. Zur Fledermausgrotte umgebaut wird der hintere Teil des „Unterirdischen Zoos“, insgesamt eine Fläche von 29 Quadratmetern. „Blumenfledermäuse brauchen eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit von rund 75 Prozent, deswegen müssen wir eine Benebelungsanlage installieren und Boden und Wände imprägnieren. Sie bekommen dann auch noch Komfortplätze mit Wärmelampen.“ Die Kosten für den Umbau, den die Zoohandwerker durchführen, werden sich auf rund 23.000 Euro belaufen, so Klumpe. Die restlichen 13.000 Euro wird der Zoo aus Eigenmitteln aufbringen.

Die Zoobesucher werden die voraussichtlich 15 Säugetiere durch große Scheiben beobachten können. Den Tag-Nacht-Rhythmus der eigentlich nachtaktiven Fledermäuse wollen die Zoomitarbeiter, wenn notwendig, mithilfe von Fütterungen und zusätzlicher Beleuchtung ähnlich wie in Nachttierhäusern in anderen Zoos umdrehen. Bislang ist die Tierart, die in Süd- und Mittelamerika beheimatet ist, in fünf deutschen Zoos vertreten. Der Umbau soll zum Jahreswechsel starten und Mitte 2017 abgeschlossen sein. Alle, die sich für Fledermäuse interessieren, sollten einen Besuch für diesen Zeitraum einplanen.

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