Malte Wöstefeld als Zebra-Pate

Selfie und Presseartikel darüber

Dieses Bild ging um die Welt.

Zebras haben es in der Welt der Menschen weit gebracht.

Ihr Streifenmuster wird hierzulande dem geliebten Pferd aufgemalt, in der Hoffnung es könne Bremsen davon abhalten zuzuschlagen. Ganze Generationen, Erwachsene wie Kinder, haben sich schon gefragt, ob Zebras nun ein schwarzes Fell mit weißen Streifen haben oder ob es andersherum ist. Dort, wo weiße Streifen auf die Straße gemalt sind, gilt es als sicher, die selbige zu überqueren. Ja und dann gibt es da natürlich das Selfie des Jahres 2015. Bitte was? Na, das Selfie! Noch nichts davon mitbekommen? Also entweder lebst Du dann auf dem Mond oder bist zumindest totaler Medienverweigerer.

Eine ganz besondere Eintrittskarte für Malte-Wöstefeld, dem Selfie-Klick und Like-Millionair

Eine ganz besondere Eintrittskarte für Malte-Wöstefeld, dem Selfie-Klick und Like-Millionair

Mein Interviwepartner Malte Wöstefeld

Mein Interviwepartner Malte Wöstefeld

Malte Wöstefeld, so heißt der 24jährige Student, um den es geht, besuchte im April 2015 den Serengeti-Park Hodenhagen und fuhr mit seinem Auto durch die Tierwelt.

Nun ist es so, dass die Tiere ihre Besucher dort gerne persönlich begrüßen. Giraffe, Strauß und Kumpane stecken schon mal ihren Kopf durchs Fenster und schauen, was sich so im Auto tut. Die Menschen reagieren unterschiedlich darauf. Die einen erstarren vor Schreck, die meisten freuen sich und einige sind geistesgegenwertig genug, diesen besonderen Moment im Bild festzuhalten. So auch Malte, als ein Zebra seinen Kopf durchs Fenster schob. Schnell zum Handy gegriffen und ein paar Fotos gemacht. „Sind witzig geworden. Die kommen auf Facebook.“ So oder so ähnlich dachte Malte, als er das Ergebnis sah.

Er war nicht der einzige, der die Bilder toll fand. Seine Facebookfreunde fanden sie genial. Kaum gepostet, prasselte eine Welle von likes und positiven Kommentaren auf ihn nieder. Es war erst der Anfang. Malte veröffentlichte sein Selfie auf einer beliebten amerikanischen Internetseite. Ging schlafen und wurde über Nacht zum unverhofften Social Media-Star. Über zwei Millionen likes innerhalb weniger Tage, Verbreitung der Bilder via Facebook, google+, Twitter & Co., Berichte in der internationalen Presse und ein Beitrag im US-Fernsehen (der „Today Show“). Das Ausland berichtete zuerst. Es gab Artikel in Großbritannien, in den USA, in Australien und Anfang Mai ging es dann mit den deutschen Medien so richtig los.

Sonderfütterung als Bestechungsversuch

Der vertraute Tierpfleger, Oliver Kant, will die Zebras durch Futter anlocken.

Heute treffe auch ich Malte und nutze die Gelegenheit, seine Eltern ebenfalls kennenzulernen. „Frau Wöstefeld, ist dieser ganze Presserummel nicht auch ein wenig beängstigend?“ „Malte weiß, dass der Presserummel wieder vorbei geht. Er hat keinen Höhenflug, also mache ich mir deswegen keine Sorgen. Und die Reporter sind alle nett. Aber es ist schon ein komisches Gefühl, wenn sie in unserem Wohnzimmer sitzen. Es hat gedauert, bis wir uns daran gewöhnt haben. Ich könnte das alles nicht. So frei und offen mit den Journalisten umgehen. Malte ist da anders. Er kennt so viele verschiedene Menschen, für ihn ist es leichter.“ „Sind sie und ihr Mann auch auf Facebook?“ „Ja, aber auch erst seit kurzem. Unser Ältester ist jetzt in Australien, da ist das nützlich.“ Und Herr Wöstefeld ergänzt „So erfahren wir mehr von dem, was los ist, als durch so manches Telefonat. Einmal auf Facebook schauen und wir sind einigermaßen wieder auf dem Laufenden“.

Lieber nicht näher kommen

Alle anderen kommen. Die Zebras halten lieber Abstand.

Malte kommt zu uns herüber und nun kann ich ihn fragen, was mich brennend interessiert. „Malte, Du warst völlig überrascht, von dem Hype, den Dein Selfie ausgelöst hat und konntest Dir den Erfolg nicht so recht erklären. Seien wir ehrlich, wir reden hier doch nur von einem Bild von Dir selbst, zusammen mit einem Tier und die Menschen sind regelrecht verrückt danach. Hast Du inzwischen eine Idee, warum so viele Dein Selfie toll finden?“ „Ich hätte im Leben nicht damit gerechnet, dass das alles passiert. Und ich glaube es liegt nicht an mir, sondern an dem Zebra. Es lächelt in die Kamera. So als wenn es nur hineinschaut, damit ich ein paar Fotos von uns machen kann.“ „Es ist ja irre, was für ein Wirbel um Dein Selfie veranstaltet wird. Wenn Du die Zeit zurückdrehen könntest und wüsstest, was das alles mit sich bringt, würdest Du es wieder tun? Würdest Du das Selfie noch einmal posten?“ „Ja, ich denke schon. Aber ich würde mir einen anderen Zeitpunkt aussuchen. Ich stecke mitten in den Prüfungen zu meinem Bachelor und es ist manchmal schon ein wenig stressig. Ich würde etwas warten, bis nach der Prüfung. Ich würde es erst danach posten, um das, was gerade passiert, besser genießen zu können.“ „Das kann ich verstehen. Ganz schön stressig, der ganze Trubel. Andererseits, so etwas erlebt auch nicht jeder. Wenn Du die Wahl hättest und Dir ein Tier aussuchen könntest. Mit welchem Tier würdest Du dann gerne mal ein Selfie machen?“ „Ein Löwe. Das ist natürlich viel zu gefährlich. Aber ein Selfie mit einem Löwen, das wäre schon etwas.“ „Na, dann drücke ich Dir die Daumen, dass sich dieser Traum vielleicht erfüllen lässt. Ah, da kommt Fabrizio.“

Füttern durch das Schiebedach. Malte Wöstefeld darf das unter Aufsicht ausnahmsweise tun.

Na also, geht doch!

Dr. Fabrizio Sepe begrüßt als Gastgeber erst einmal Familie Wöstefeld, bevor er sich mit uns allen zum eigentlichen Ort des heutigen Geschehens begibt. Wir steigen in zwei Dschungel Safari-Jeeps und los geht es in die Tierwelt zu den Zebras. Denn Malte und seine Eltern wurden von Familie Sepe eingeladen, um seinen Co-Star zu besuchen. Außerdem darf er Pate stehen. Das erste männliche Jungtier von Zebradame Prinzessin und Zebrahengst Jamal soll seinen Namen tragen. Das erfährt Malte jetzt und kann es gar nicht glauben.

Die Taufe ist gut geplant. Aber wie so oft im Leben, der Mensch denkt, Gott lenkt. Und den Tieren hat er ihren eigenen Kopf geschenkt. Ups, reimt sich sogar. Eigentlich war alles klar. Malte und Fabrizio warten in einem Bereich aus aufgeschütteten Felsen, um vor ___STEADY_PAYWALL___ den Waffen der Nashörner und Watussis sicher zu sein, die auf der Anlage mit den Zebras zusammenleben. Die Zebras sollen dem Futterwagen folgen, hinein in einen Korridor zwischen der Felsenformation und uns, den Reportern. Die Zebras kommen durch das Futter und die Lockrufe des vertrauten Tierpflegers zum Taufpaten, der das Fohlen dann tauft.

Doch die Nashörner sind hartnäckig. Sie wollen auch etwas von den Leckereien haben. Ebenso die Elenantilopen und die Watussis. Die Zebras halten lieber Abstand.

Wie hartnäckig könnt Ihr Euch auch gerne einmal selbst ansehen. Ich habe die Szene aufgenommen.

 

Nun, soviel zu Plan A. Es wird umdisponiert. Die beiden steigen ins Auto und Malte lockt durch das Fenster, dann durch das Schiebedach mit Mohrrüben. Siehe da, Plan B gefällt den Zebras schon besser. Die Erwachsenen lassen sich füttern.

Das Fohlen will nicht.

Noch so klein und schon so stur.

Die Jungtiere der Herde interessieren sich allerdings mehr für das Auto. Das wird nichts mit einer klassischen Taufe.

Kurze Beratung und wir einigen uns auf Plan C, eine Ferntaufe. Würde Malte aussteigen, würden die Zebras die Flucht ergreifen. Also kommt nur das Schiebedach in Frage. Malte nimmt Augenmaß und gießt das Taufwasser mit Schwung in Richtung Täufling. Und trifft sein verdutztes Patenkind.

Aber wie das bei uns Presseleuten so ist, hält doppelt manchmal besser.

Auf Bitten der anwesenden Fernsehsender, wiederholt Malte die Taufe mit einem zweiten Becher Wasser. Das ist Malte junior nun doch zu viel des Guten und er und der Rest der Herde gehen vorsichtshalber wieder auf Abstand. Wer weiß, was den Menschen sonst noch so einfällt. Denen fehlen sowieso ein paar Streifen.

Und Du wirst doch getauft.

Malte junior.

Doch wir die Streifenlosen sind zufrieden mit dem Tag. Alles im Kasten. Auf in die Redaktionen, an den Schreibtisch, ins Netz.

Malte bleibt noch etwas länger und fährt noch einmal zu seinem Patenkind. Nur begleitet von der parkinternen Fotografin. Prompt gelingt ihr die nächste grandiose Aufnahme, auf der diesmal der vierbeinige Malte zu sehen ist, wie er sich genüsslich von seinem Paten unterm Kinn kraulen lässt.

Tja, was soll man dazu noch sagen. Zebras wissen eben, was sie wollen. Und das ist Malte Wöstefeld für sich allein, ohne Pressemeute, die alles aufnimmt. Zebras haben eben ihren eigenen Kopf.

Da hält das Zebra still

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