Neuer Zoo-Förderverein „Löwen für Löwen“ für neue Löwenanlage

Zurzeit leben auf der Löwenanlage des Zoos Osnabrück das Löwenmännchen Nakuru mit den zwei Weibchen Nyota und Shaba, sowie den drei 8jährigen Söhnen Kipangi, Amani und Mahiri. Im April 2008 brachten Nyota und Shaba insgesamt neun Jungtiere zur Welt, von denen sechs großgezogen werden konnten. Für die drei Weibchen fand der Zoo Osnabrück ein gutes, neues Zuhause, für die drei Männchen ergab sich jedoch keine vertrauenswürdige Unterkunft. Löwenmännchen sind nicht leicht zu vermitteln, da es pro Rudel nur ein Männchen geben kann. Deshalb gab der Zoo ihnen ein Zuhause. Dafür mussten die jungen Kater jedoch kastriert werden, damit es keine Streitigkeiten mit ihrem Vater Nakuru gibt. Aufgrund der fehlenden männlichen Hormone zeigen sie kein dominantes Verhalten und ihnen wächst keine Mähne.

Doch nicht nur die Familienzusammensetzung hat sich geändert, sondern auch die Richtlinien für die Tierhaltung haben sich an neue Erkenntnisse angepasst. Die sechs Löwen im Zoo Osnabrück benötigen deshalb ein größeres Zuhause. Dafür möchte der Zoo Osnabrück auf Initiative von Dr. E. h. Fritz Brickwedde, Beiratsvorsitzender der Zoo Osnabrück gGmbH, den Verein „Löwen für Löwen“ gründen. Am gestrigen Samstag stellte der Zoo das Projekt im Beisein von Bundespräsident a.D. Christian Wulff und rund 120 geladenen Gästen vor. Darunter auch Ortwin Imming, der sich jahrzehntelang als Tierpfleger um die Osnabrücker Löwen und weitere Raubtiere gekümmert hat.

„Ich bin nicht nur im Sternzeichen Löwe geboren, sondern bin tatsächlich auch ein großer Löwenfan. Als ich hörte, dass die Osnabrücker Löwen ein größeres Gehege benötigen und dafür Spendengelder gesammelt werden müssen, kam mir die Idee, einen Verein ins Leben zu rufen, der Löwenfans die Möglichkeit gibt sich zu beteiligen“, so Brickwedde. Der Verein soll in den nächsten Wochen offiziell gegründet werden. Die am Samstagnachmittag geladenen Gäste konnten schon einmal ihr Interesse kundtun. 30 Teilnehmer sagten gleich zu, in den Verein eintreten zu wollen, weitere stellten erste Spenden in Aussicht.

An der Vorstellung der neuen Fundraisingkampagne beteiligte sich Bundespräsident a.D. Christian Wulff in Form einer Festrede und der Bitte, dem Verein beizutreten. Er hatte vorab den Zoo besichtigt und führte bei der anschließenden Informationsveranstaltung aus: „Zoos verbinden – Mensch und Tier, jung und alt, Spaß und Lernen. Sie lehren uns Empathie für die Natur und für die Mitgeschöpfe. Zoos sind Bildungsorte, man wird klüger durch einen Zoobesuch. So sind Kinder sehr viel aufnahmebereiter und lernfähiger im Zoo. Die Tiere animieren sie sogar dazu auch nach dem Zoobesuch in Büchern oder im Internet noch mehr über die verschiedenen Tierarten herauszufinden.“ Natürlich müssen Zoos auch für eine artgerechte Tierhaltung sorgen, aber genau das mache der Zoo Osnabrück mit diesem Projekt. „Der Zoo Osnabrück finanziert sich neben den Eintrittsgeldern über Spenden oder den Zooverein. Auch viele regionale Unternehmen unterstützen ihn und das wird bei einem Zoobesuch dank Hinweisschildern auch wahrgenommen. Ein derartiges Modell ist mir bundesweit so nie begegnet“, betonte Wulff. Dabei tue der Zoo auch viel für die Stadt Osnabrück, schließlich würden viele der jährlich 1 Million Besucher ihren Zoobesuch auch mit einem Stadtbummel verbinden und hier konsumieren. „Die Menschen, die im Zoo arbeiten oder ihn unterstützen, engagieren sich damit auch für die Stadt und die Region. Und das ist nicht immer einfach. Den Zoo zu betreiben ist wie Fahrradfahren: Man muss ständig mit neuen Projekten in die Pedale treten und den Zoo verbessern, sonst fällt man um. Deswegen wäre es wirklich toll, wenn Sie dabei helfen und alle Mitglieder im Verein ‚Löwen für Löwen’ werden“, rief Wulff auf.

Ein erstes Ziel für den Verein ist bereits gesteckt. 200.000 Euro wollen die Verantwortlichen mit seiner Hilfe für die neue Löwenanlage sammeln. Im Verein „Löwen für Löwen“ soll es für alle Löwenfans viele Möglichkeiten geben sich einzubringen. Zoogeschäftsführer Andreas Busemann stellte einige mögliche Löwen-Aktionen und Kooperationen vor. „Zum Beispiel wollen wir ein Löwen-Dinner ähnlich des Bürger-Dinners im Zoo organisieren oder auch wieder ein Fußballturnier zugunsten der Löwenanlage durchführen“, verriet der Geschäftsführer. Wie die neue Löwenanlage aussehen soll, steht noch nicht ganz fest: „Aufgrund des neuen Säugetiergutachtens von 2014 ist unser Löwenhaus zu klein geworden. Wenn wir das Haus vergrößern, wollen wir natürlich auch die Außenanlage erweitern und so die Möglichkeit schaffen, irgendwann wieder Löwennachwuchs am Schölerberg zu bekommen. Fest steht, dass die an die Löwenanlage angrenzende Dikdik-Anlage mit genutzt wird“, so Busemann. Darüber hinaus gäbe es Überlegungen auch in diesem Bereich Höhenpfade zwischen der Löwen- und Giraffenanlage anzulegen, sodass diese mit den Höhenpfaden in Kajanaland sowie in der geplanten Nordamerikawelt zu einem Alleinstellungsmerkmal des Zoos werden würden.

Das hört sich spannend an. Auf jeden Fall haben Löwenfans die Möglichkeit sich mit anderen Löwenfans zusammen zu tun. Weitere Informationen zum Verein Löwen für Löwen gibt es direkt beim Zoo Osnabrück unter dieser Emailadresse: zoo@zoo-osnabrueck.de.

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