Schneeleoparden-Nachwuchs im Wildpark Lüneburger Heide

Zwei Monate alt sind die seltenen Katzen nun. Jetzt wurde der Schneeleoparden-Nachwuchs im Wildpark Lüneburger Heide erstmals vom Tierarzt untersucht.

Der Schneeleoparden-Nachwuchs im Wildpark Lüneburger Heide ist nun offiziell registriert.Das wichtigste zuerst. Alle drei Schneeleoparden-Mädchen sind kerngesund und putzmunter. Ich bin mir nicht ganz sicher, für wen der Termin aufregender war, für die Raubkatzen oder den Hanstedter Tierarzt Jörg Kaling. Für ihn war der Tag jedenfalls etwas ganz Besonderes. „Wer hat schon das Privileg, Schneeleoparden untersuchen zu dürfen! Das ist definitiv ein Tag, der zur Arbeitszufriedenheit eines Tierarztes beiträgt“, sagt Kaling, der sehr angetan von der Entwicklung der Raubkatzen ist. Das liegt wohl nicht nur an den guten Werten, die er feststellt. „Herztöne, Atmung, Zähne und Augen – alles ist in allerbester Ordnung“, bestätigt Kaling und berichtet, dass auch das Gewicht der Schneeleoparden-Mädchen sich gut entwickelt. Es reicht von rund 3700 bis etwa 4100 Gramm und ist der guten Pflege durch Mutter Aziza zu verdanken.

Leider jedoch teilt er das Los aller Tierärzte und muss sich bei seinen kleinen Patienten schon bei der ersten Begegnung unbeliebt machen. Nach dem wiegen und messen kommt der Teil der Untersuchung, der bei den Jungtieren für schlechte Laune sorgt. Dr. Kaling setzt die wichtige Impfspritze und pflanzt jedem der Schneeleoparen den obligatorischen und individuellen elektronischen Chip unter die Haut, mit dessen Hilfe jedes Tier eindeutig identifiziert werden kann. Der Chip – so etwas wie ein Personalausweis – enthält eine Nummer, zu der zahlreiche Daten gespeichert sind, darunter Rasse, Geschlecht, Geburtsdatum, Augenfarbe, durchgeführte Impfungen oder besondere Merkmale des Tieres.

Nun ist der Schneeleoparden-Nachwuchs im Wildpark Lüneburger Heide offiziell registriert.

Der kleine Schneeleopard ist sauer.Es ist sicher, dass es ihnen bis jetzt gut geht. Es ist dafür gesorgt, dass ihre Gesundheit möglichst erhalten bleibt. Da ist der Unmut der kleinen Schneeleoparden für Herrn Dr. Kaling nebensächlich. Bevor er seine nächsten Patienten im Wildpark besucht, denn auch Poitou-Esel „Hermann“ und ein kleiner Zwergesel müssen noch ihren Chip erhalten, nimmt er eine der Katzen nochmal auf den Arm und kuschelt ausgiebig mit ihr. „Das muss man ausnutzen. Wer weiß, wann ich das nächste Mal die Gelegenheit dazu habe“, schmunzelt der Tierarzt.

Auch Tierpfleger Jens Pradel ist überglücklich, dass „seine“ Katzen solche Wonneproppen sind, denn auch für ihn sind die ersten Wochen und Monate immer eine aufreibende Zeit. „Wir geben den drei Mädchen jetzt noch ein paar Tage Zeit, um die Impfung zu verdauen, aber wir wollen unsere Besucher nicht länger auf die Folter spannen“, kündigt Pradel an.

Was wir jetzt noch brauchen, sind Namen

Am Montag, 10. Juli um 10 Uhr sollen die Raubkätzchen zum ersten Mal einen Ausflug ins Gehege machen – natürlich unter den wachsamen Augen von Mutter Aziza und auch von Jens Pradel. „Was wir jetzt noch brauchen, sind Namen für die Babys“, meint Pradel und ruft dazu auf, über die Wildpark-Facebook-Seite Namensvorschläge zu posten. Einzige Bedingung: der Anfangsbuchstabe muss ein „B“ sein. Eine Jury aus dem Wildpark-Team wird am Ende aus den eingesandten Vorschlägen drei Namen auswählen. Die Gewinner dürfen sich auf ein exklusives Treffen mit Jens Pradel und den Schneeleoparden-Katzen im Gehege freuen.

Auch Dr. Kaling ist gespannt, wie die drei kleinen Schneeleoparden zukünftig heißen werden. Doch jetzt muss er weitereilen und sich bei den nächsten Tieren unbeliebt machen, denn Poitou-Esel „Hermann“ und der kleine Zwergesel müssen ja auch noch ihren Chip erhalten.Poitouesel Hermann wird von Tierarzt Jörg Kaling untersuchtChipkontrolle beim Zwergesel

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