Ungewohnte Wege im Zoo Osnabrück

Der Zoo Osnabrück ist dafür bekannt, neue Wege zu gehen. Diesmal ist dies gleich in mehrfacher Wortbedeutung der Fall. Der Zoo und einer ihrer Partner, das Unternehmen „Dieckmann Bauen + Umwelt“ haben sich entschieden, ihre Auszubildenden von der Zusammenarbeit profitieren u lassen. Zuerst einmal, hatten die Azubis der Baufirma Gelegenheit ihr Handwerk im Zoo auszuüben und sich dabei an ein ihnen ungewohntes Material zu wagen, Beton. Zusammen mit den zooeigenen Handwerkern sorgen sie für neue, witterungsfeste Wege aus eingefärbtem Beton.

„Um auf die fünf Meter hohe Aussichtsplattform am Tigertempelgarten zu gelangen und die Raubkatzen von oben sehen zu können, mussten Besucher bisher über Rindenmulch gehen. An sich ist das ja in Ordnung – wenn es aber geregnet hat, war das schon oft matschig“, erklärt Zooinspektor Hans-Jürgen Schröder das Problem. Auch der Weg entlang der Unterwasser-Scheiben des Seehundbeckens sowie die Aussichtshöhle in der Afrika-Tierwelt „Samburu“ bereiteten den Zoo-Mitarbeitern an regnerischen Tagen Kopfzerbrechen und den Besuchern dreckige Schuhe. Der langjährige Zoopartner „Dieckmann Bauen + Umwelt“ setzte nun vier Auszubildende aus dem zweiten Lehrjahr auf die Probleme an: „Unsere Azubis profitieren von der Praxiserfahrung und davon, neue Werkstoffe auszuprobieren. Denn normalerweise arbeiten wir nicht mit Beton, sondern eher mit Asphalt und Pflastersteinen“, so Jens-Peter Zuther, Geschäftsführer des Bauunternehmens.

Zunächst übernahmen die vier Auszubildenden und zwei Praktikanten unter dem wachsamen Auge des Vorarbeiters Dominik Strohmeier und mit Unterstützung der Zoo-Handwerker kleinere „Flickarbeiten“ im gesamten Zoo, wie zum Beispiel lose Steine in den Wegen wieder zu befestigen. „Die vielen kleinen Ausbesserungsarbeiten machen den größten Teil des mehrwöchigen Projekts aus: Insgesamt wurden 100 Quadratmeter Pflaster aufgenommen und neu verlegt“, berichtet Zooinspektor Schröder. Anschließend ging es dann an die großteiligen Arbeiten: So führen jetzt zwei Wege aus eingefärbtem Beton zur Treppe des Tigertempelgartens, ein betonierter Weg an den Unterwasserscheiben der Seehunde vorbei und die Ausblickhöhle auf Samburu ist vor einfließendem Regenwasser geschützt.

„Der eingefärbte Beton wurde bereits bei anderen Wegen des Zoos genutzt. So fügen sich die neuen Wege schön ins Bild“, beschreibt Projektleiter Friedrich Pfohl. Die Arbeit mit dem für die Azubis neuen Werkstoff war eine Herausforderung. „Doch die schwierigste Aufgabe für sie war die Genauigkeit“, so Pfohl weiter. Sie mussten zum Beispiel genau bemessen und errechnen, wie tief die Wege ausgehoben werden dürfen, denn sie hatten nur eine vorbestellte Menge an Beton zur Verfügung. „Dann die Wege auch noch ebenflächig zu ziehen, war keine leichte Aufgabe“, erklärt Pfohl.

Nutzen ziehen beide Seiten aus dem Praxisprojekt: Die Azubis der Firma Dieckmann konnten sich an Beton versuchen und der Zoo bekommt neue Wege. „Auch mal spannend, zwischen Elefantentrompeten und Löwengebrüll zu arbeiten“, schmunzelt Azubi Florent Sukikaj. Das wird er bald wieder hören, dann aber an der Seite der Tierpfleger: Denn mit den Straßenarbeiten ist das besondere Azubi-Projekt noch nicht abgeschlossen. Im Anschluss soll erstmals zwischen der Firma Dieckmann und dem Zoo Osnabrück ein Azubi-Austausch stattfinden. „Die Straßenbauer-Auszubildenden können für ein paar Tage in den Beruf des Tierpflegers schnuppern – und umgekehrt“, erklärt Dieckmann Geschäftsführer Zuther. Aber zurzeit sind die Straßenbauer-Azubis im Zoo mit ihrer eigenen Arbeit beschäftigt, denn noch nicht alle Baustellen sind abgeschlossen. Wann und wie lang genau der Austausch stattfinden wird, muss noch geklärt werden. Aber dass es einen Austausch geben wird, ist für den Geschäftsführer des Zoopartners „Dieckmann Bauen + Umwelt“ klar: „Wir wollen unsere Auszubildenden über den Tellerrand schauen lassen – davon profitieren sowohl sie als auch wir.“

Es sind neue Wege, die hier gegangen werden. Ich sehe gleich mehrere positive Effekte für die Beteiligten. Die Unternehmen gewinnen dadurch an Attraktivität als Ausbildungsstätte. Die Auszubildenden erweitern ihre Kenntnisse im eigenen Beruf und lernen zusätzlich einiges über die Erfordernisse eines anderen Tätigkeitsbereichs. Durch den Austausch der Azubis kommt außerdem vorrübergehend ein ganz anderer, da fachfremder Blick ins jeweils andere Unternehmen und kann neue Ansätze mit sich bringen. Das sind Gelegenheiten, die sich nicht so oft bieten. Die Idee, die eigenen Auszubildenden mit denen eines branchenfremden Unternehmens auszutauschen, könnte auch für andere Zoos und Tierparks neue Möglichkeiten eröffnen. – Carmen Splitt

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