Wenn Geier auf den Besucherwegen landen!

Geier im Zoo sind eigentlich etwas, mit dem man durchaus rechnen kann. Aber mitten auf dem Besucherweg? Das gibt es wohl nur im Zoo Salzburg.

Schon seit etwa 120 Jahren verbringen rund 100 Gänsegeier den Sommer in der österreichischen Alpenregion. Vor allem in den Hohen Tauern kann man die imposanten Aasfresser dann beobachten. Wenn im Herbst die Nebelschwaden das Gebirge einhüllen und der erste Schnee fällt, zieht es die gefiederten Sommergäste wieder in den Süden in Richtung Kvarner Inseln (Kroatien). Sechs Gänsegeier ersparen sich allerdings den Flug über die Alpen und übersiedeln in die Felswand des Hellbrunner Berges hoch über dem Zoogelände. Diese Salzburger „Stammgeier“ wissen, dass im Zoo immer Futter für sie bereit gehalten wird. Haben sie Hunger, landen sie ganz ohne Scheu auf dem Besucherweg des Zoos.

Die Tage sind nun wieder recht kurz geworden und die Nächte schon frisch. Wie jedes Jahr hat sich die Mehrheit der Geier darum in Richtung Süden aufgemacht. Und die geflügelten Stammgäste des Zoos übernachten erneut in der Hellbrunner Felswand. Bei Sonnenschein und Föhnwind „gleiten“ sie entlang des Berges und lassen sich gerne in schwindelerregende Höhe treiben. Knurrt ihnen der Magen, kehren sie zurück in den Zoo, um zu fressen! Dort wartet der gedeckte Tisch auf sie und die Zoobesucher, die die Chance nutzen, Gänsegeiern beim Fressen zu beobachten.

Gänsegeier sind für viele Salzburger Bürger, auch Dank der sechs Geier-Stammgäste, zu einem alltäglichen Anblick geworden. Es sind nun Tiere, zu denen sie einen Bezug haben und auf die sie nicht mehr verzichten möchten. Es ist ja auch schon etwas Besonderes, so ein paar Gänsegeier mitten auf dem Besucherweg beim Fressen beobachten zu können.

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