Wie pflege ich meinen Hund richtig und artgerecht?

Hundepflege-Teaser

 

 

 

 

Fellpflege

Eine artgerechte Pflege des Hundefells ist notwendig, um dem Verfilzen der Haare und der Ausbreitung von Parasiten wie Zecken und Flöhen vorzubeugen und zu gewährleisten, dass die Haut frei atmen kann. Dabei richtet sich die Fellpflege nach der Beschaffenheit der Hundehaare. Langhaarige Hunde sollten regelmäßig sorgfältig durchgekämmt werden, zuerst mit einem grob- und danach mit einem feinzinkigen Kamm. Nach dem Kämmen bürsten Sie Ihren Vierbeiner mit einer Draht- oder Borstenbürste zunächst vorsichtig gegen den Strich. Anschließend bürsten Sie in die Gegenrichtung, wobei Sie sanften Druck ausüben können, der für eine Förderung der Durchblutung sorgt. Kurzhaarige Hunde benötigen besonders zur Zeit des Fellwechsels viel Pflege. Sie werden mit einer Bürste mit Naturborsten ebenfalls zuerst gegen und dann mit dem Strich gebürstet. Hat Ihr Hund raues Haar, pflegen Sie ihn am besten mit einer Zupfbürste, die sehr gut zum Auszupfen der Unterwolle geeignet ist. Auch hier gilt: Erst gegen, dann mit dem Strich bürsten.

 

Viele Hundebesitzer lieben es, wenn ihr Hund frisch gebadet ist und duftet. Zu einer artgerechten Hundehaltung gehört ein Bad jedoch nur im Notfall, wenn der Hund wirklich arg verdreckt ist – normalerweise reicht regelmäßiges sorgfältiges Bürsten und Kämmen völlig aus. Sollte Ihr Hund doch ein Bad benötigen, benutzen Sie am besten ein mildes Hundeshampoo mit natürlichen Inhaltsstoffen, das rückfettende Eigenschaften besitzt. Und es sollte nicht parfümiert sein, denn was für Frauchen oder Herrchen duftet, ist für die empfindliche Hundenase äußerst unangenehm.
Dies sollten Sie außerdem bei der Fellpflege beachten:
–  Trimmen rauhaariger Hunde: tote Haare werden ausgezupft
–  Beim Bürsten nicht Hals, Bauch und Innenbereich der Schenkel vergessen
–  Langhaarige Hunde: Vorsicht beim Scheren um die Augen – Haare vorsichtig mit abgerundeter Schere schneiden
–  Beim Baden Rücksicht auf empfindliche Stellen nehmen: Kein Shampoo in Ohren, Augen oder Nase gelangen lassen
–  Nach dem Waschen dürfen keine Reste von Shampoo im Fell verbleiben

 

Besonders sensibel: Augen und Ohren

Die Sinnesorgane von Hunden sind sehr anfällig für schädliche Umwelteinflüsse und Krankheiten und sollten deshalb besonders sorgfältig gepflegt werden. Am wichtigsten dabei ist, die Augen und Ohren des Hundes regelmäßig zu kontrollieren. Blicken Sie Ihrem Vierbeiner am besten täglich in die Augen. In den Augenwinkeln und den umliegenden Haaren befinden sich oft Rückstände, die zu Entzündungen führen können. Sie sind am besten mit einem fusselfreien, trockenen Tuch vorsichtig zu entfernen. Zahlreiche Hunde neigen zu Bindehautentzündungen, die in vielen Fällen durch Zugluft beim Autofahren hervorgerufen werden. Kontrollieren Sie deshalb, ob die Augen gerötet und gereizt sind. Diese Symptome klingen meist schnell von allein wieder ab, sollten sie jedoch länger anhalten, ist ein Gang zum Tierarzt notwendig.

 

Um die hochsensiblen Hörorgane Ihres Hundes gesund zu erhalten, blicken Sie mindestens einmal in der Woche unter seine Ohren. Unangenehme Gerüche oder Ablagerungen und Verfärbungen können auf eine Erkrankung hindeuten. Wenn sich der Hund ständig am Ohr kratzt, können Parasiten oder ebenfalls eine Erkrankung dafür verantwortlich sein. Ein Besuch beim Tierarzt ist in diesem Fall ratsam. Verschmutzungen in der Ohrmuschel werden vorsichtig mit einem weichen, feuchten Tuch gereinigt. Im Außenbereich pflegen Sie das Fell am Ohr mit einer weichen Bürste.
Dies sollten Sie außerdem bei der Ohrenpflege beachten:
–  Gehörgang nur reinigen, wenn es wirklich nötig ist (z. B. vom Tierarzt empfohlen)
–  Für die Reinigung des inneren Ohrs keine Wattestäbchen, rauen Tücher oder Seife verwenden
–  Besser: spezielle Lotionen mit natürlichen Inhaltsstoffen, Hausmittel wie Olivenöl

 

Maulpflege

Die richtige Zahnpflege sorgt dafür, dass Hunde bis ins hohe Alter ein gesundes und kräftiges Gebiss behalten. Hundezähne sollten also regelmäßig, am besten täglich, kontrolliert werden, um Zahnstein und Zahnfehlstellungen zu vermeiden. Der Bildung von Zahnstein können Sie vorbeugen, indem Sie die Zähne mit einem speziellen Schaber von festen Rückständen befreien. Fehlstellungen des Gebisses müssen in jedem Fall tierärztlich behandelt werden, da sie zu schmerzhaften Entzündungen des Zahnfleisches führen können. Je eher sie erkannt werden, desto sicherer ist der Behandlungserfolg. Viele Hundebesitzer putzen ihren Vierbeinern die Zähne. Dies sollte ausschließlich mit speziellen Zahnpflegeartikeln für Hunde geschehen, die beim Tierarzt erhältlich sind. Ansonsten können Sie Erkrankungen der Zähne auch mit artgerechter und ausgewogener Ernährung vorbeugen. Hunde, die viel und kräftig kauen, produzieren mehr Speichel – dieser schützt Zahnfleisch und Zähne vor Bakterien.

 

Pflege der Pfoten

Hundepfoten sind vor allem im Winter schmerzhaften Risiken ausgesetzt, wenn die Wege mit Salz bestreut sind. Versuchen Sie deshalb, gestreute Wege beim Spaziergang zu vermeiden. Gefahren bergen auch kleine Steine, Splitter oder Dornen. All diese Fremdkörper können sich zwischen den besonders empfindlichen Ballen der Hundepfote einnisten. Kontrollieren Sie daher regelmäßig und sorgfältig die Pfoten Ihres Hundes. Sind die Ballen rissig und wund, werden sie sanft mit lauwarmem Wasser gesäubert und anschließend mit fetthaltigen, parfümfreien Cremes oder auch mit Vaseline oder Melkfett eingecremt. Da sich in den Haaren zwischen Ballen und Zehen oft Schmutz- und Eisreste verfangen, sollten diese Haare mit einer abgerundeten Schere vorsichtig gestutzt werden.

 

Große Sorgfalt ist auch bei der Krallenpflege geboten. Werden Hundekrallen nicht genug abgenutzt, können sie so lang wachsen, dass sie gestutzt werden müssen. Dies erfolgt mit einer speziellen Krallenzange, die Sie waagerecht zur Kralle ansetzen. Geschnitten werden immer nur winzige Scheibchen, denn Hundekrallen sind äußerst empfindlich, da in ihrem Inneren Blutgefäße und Nervenbahnen verlaufen. Wer unsicher ist, sollte die Krallenpflege lieber vom Tierarzt vornehmen lassen.

 

Autorin: Edith Obermaier, freie Journalistin, hat viele Jahre als Berufsberaterin gearbeitet. Als Autorin spezialisierte sie sich auf die Bereiche Wirtschaft, Natur und Erziehung. Derzeit gehört sie zum Redaktionsteam auf Hunde.de.

 

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