Zoo Osnabrück erhält Zuchtpaar der Sumatra Orang Utans

Der Mensch denkt, Gott lenkt. Und das tut er in unerwarteter Weise. In diesem Fall hatte der Zoo Osnabrück gedacht, er würde Zooliebling Buschi ein schönes neues Zuhause bauen und nach dessen Tod die Haltung von Orang Utans aufgeben. Die neu gestalteten Anlagen sollten dann anderweitig verwendet werden. Soweit zum Plan. Doch der hat sich geändert.

Orang Utan Buschi

Orang Utan Buschi im Zoo Osnabrück

Aufgrund der Umbaumaßnahmen, sind die Anlagen viel größer geworden. Die Haltungsbedingungen haben sich nach Abschluss der Arbeiten dann so stark verbessert, dass der Koordinator des Zuchtbuches für Orang-Utans ( Pongo pygmaeus) aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) beim Zoo Osnabrück anfragt, ob am Schölerberg ein Borneo Orang-Utan Paar einziehen kann. „Wir suchen händeringend nach guten Plätzen, um weitere Orang-Utan Paare zusammen zu bringen und durch die Nachzucht den Erhalt der stark bedrohten Tierart zu sichern“, berichtet Clemens Becker, Koordinator des Orang-Utan Zuchtbuches. Der Zoo hat sich entschieden, der Bitte nachzukommen. Ganz leicht fiel die Entscheidung nicht. „Auch wenn wir die neuesten Richtlinien erfüllen und sogar sechs Orang-Utans halten dürften, so ändern sich doch regelmäßig die Auflagen. Wir sind aber nun dem expliziten Wunsch des Zuchtbuchkoordinators nachgekommen, weil diese Tierart einfach unmittelbar vom Aussterben bedroht ist“, betont Zoodirektor Böer. „Wir freuen uns sehr, dass der Zoo Osnabrück unserer Bitte nachgekommen ist, ein Paar aufzunehmen. Es ist sogar ein genetisch sehr wertvolles Paar. Das 12 Jahre alte Männchen Damai kommt aus Sosto in Ungarn, das 10 Jahre alte Weibchen Dayang aus Apeldoorn in den Niederlanden. Voraussichtlich im Herbst sollen sie in Osnabrück einziehen.“

Wenn die Umbauarbeiten im Sommer abgeschlossen sind, erfüllen die Gehege auch die allerneuesten Auflagen des aktuellen Säugetiergutachtens: „Der Außenbereich misst dann 358 Quadratmeter und 2.155 Kubikmeter bei einer Höhe von 6 Metern. Der Innenbereich wächst auf 234 Quadratmeter und 1.257 Kubikmeter. Damit dürfen wir sogar sechs erwachsene Orang-Utans halten“, berichtet Zoodirektor Prof. Michael Böer.

Begutachtung, wie weit sind die Pläne schon umgesetzt worden?

Das Menschenaffenhaus im Zoo Osnabrück wird für 1,4 Millionen Euro umgebaut und wird ab Herbst 2016 ein Zuhause für zwei weitere Orang-Utans bieten. (v.l.n.r.: Zoodirektor Prof. Michael Böer, Albert Brokamp (Baufirma Scholle), Detlef Niebler (Revierleiter und Tierpfleger Menschenaffenhaus/Elefanten), Architekt und Bauleiter Heiko Suhre, Zoogeschäftsführer Andreas Busemann, Zooinspektor Hans-Jürgen Schröder)

Und wie geht der Umbau voran? In großen Schritten und unter den neugierigen Augen der Bewohner! Die Orang Utans Buschi und Astrid bekommen alles mit, genauso wie die vier Weißwangenschopfgibbons. Die Bauarbeiten erfolgen in verschiedenen Phasen, in vier Abschnitten, da um sie herum gebaut wird. Die Affen haben darum immer ausreichend Platz zur Verfügung „Die Bauarbeiten sind für die Tiere weniger stressig als ein Umzug in einen anderen Zoo. Denn dann würden sie nicht nur auf Reise gehen müssen, sondern auch ihre Bezugsperson verlieren und in eine unbekannte Umgebung kommen“, so Zooinspektor Hans-Jürgen Schröder. Tierpfleger Niebler pflichtet ihm bei: „Wir können den Tieren ja nicht erklären, warum so ein Umzug passieren würde. Hier bei uns sehen sie, was passiert und das Geschehen verfolgen sie mit großem Interesse.“

„Wir kommen gut voran: Der erste Bauabschnitt mit einem kombinierbaren Sommer-und Winterbereich steht bereits. Hier haben schon die Innenarbeiten zur Gestaltung als Tempelruine begonnen“, berichtet Schröder. Im zweiten Bauabschnitt, dem vorderen Außenbereich, setzt die beteiligte Baufirma Scholle zurzeit die neuen Wände. Hier folgen in circa vier Wochen die Gestaltungsarbeiten, während dann im rotierenden System die Firma Scholle mit dem dritten Baubereich, dem mittig liegenden Außengehege, startet. „Als letztes folgt dann der Innenbereich. Hier modernisieren wir auch das Dach und fügen eine Glaskuppel ein, damit Tageslicht einfällt. Der Boden wird erneuert, Pflanzen gesetzt und auch die Besuchertoiletten werden erneuert“, berichtet der beteiligte Architekt und Bauleiter Heiko Suhre.

Buschi und Astrid freuen sich auf die größeren Anlagen.

Buschi und Astrid freuen sich auf die größeren Anlagen.

Nach und nach können die Orang-Utans Astrid und Buschi sowie die vier Gibbons also die ersten umgebauten Bereiche nutzen. In wenigen Wochen eröffnet zunächst der neue Sommer- und Winterbereich, allerdings ist dieser für die Besucher wegen der weiteren Bauarbeiten noch nicht einsehbar. „Dieser Kombinationsbereich ist im Winter ein weiteres Wohnzimmer für die Affen, im Sommer können zwei große Türen zum Außenbereich geöffnet werden und die Tiere bekommen sozusagen eine Loggia“, berichtet Tierpfleger und Revierleiter Detlef Niebler. Voraussichtlich im Mai erhalten die Orangs und Gibbons Zugang zum vorderen Außenbereich und sind dort wieder draußen für die Besucher zu sehen. Im Juni können sie schließlich auch den zweiten, mittig liegenden Außenbereich erobern. „Wir haben ein sehr ausgeklügeltes System mit 20 Schleusen, die wir von außen steuern können, entwickelt. Damit können wir den verschiedenen Tieren nicht nur die gesamte Anlage, sondern auch je nach Bedarf einzelne Teilbereiche zur Verfügung stellen“, berichtet Zooinspektor Schröder. Insgesamt sei die Anlage sehr gut strukturiert, sodass sich die Tiere auch gut aus dem Weg gehen können. Zudem haben die verschiedenen Tierarten getrennte Schlafbereiche.

Dank Spenden wurde der Umbau möglich

Dank Spenden wurde der Umbau möglich

Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, ist also alles gut vorbereitet für die alten und die neuen Bewohner des Affenhauses. Das soll zum Sommer 2016 der Fall sein. Dann ergänzt das vergrößerte und als asiatische Tempelruine gestaltete Menschenaffenhaus die asiatische Tierwelt „Angkor Wat“ mit Tigertempelgarten und Affentempel. Möglich ist all dies durch großzügige Spenden geworden, die mit 500.000 Euro ein gutes Drittel der Gesamtkosten von 1,4 Millionen Euro abdecken.

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